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Zwei Jugendimker aus Bad Sooden-Allendorf vertreten Deutschland in Frankreich

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Fahren zusammen nach Frankreich: Die beiden Jugendimker Lukas Köhne (links) und David Ferderer aus Bad Sooden- Allendorf, vertreten Deutschland beim internationalen Jugendimkerwettbewerb in Toulouse. 

Bad Sooden-Allendorf. Die Aufregung merkt man Lukas Köhne und David Ferderer nicht an. Obwohl die beiden 15-Jährigen gerade erst den deutschen Jugendimker-Wettbewerb gewonnen haben.

Jetzt vertreten sie Deutschland beim internationalen Jugendimkertreffen in Frankreich. Besser gesagt in Toulouse. Denn da findet der Wettbewerb nächste Woche statt. Am 1. Juli starten die beiden Schüler mit zwei Betreuern des deutschen Imkerbundes.

Für Köhne ist es nicht die erste Reise nach Frankreich. „Ich war erst Ostern da und sogar in der der Nähe von Toulouse“, sagt Köhne und lacht. Zufall eben. Ferderer wird das erste mal in seinem Leben fliegen. „Aufgeregt bin ich aber nicht“, sagt er.

Die beiden Freunde sitzen zusammen am Esstisch im Elternhaus von Köhne. Es ist das letzte Haus in der Straße am Ortsrand von Hilgershausen. Umgeben von Bäumen, Sträuchern, Blumen und Bienen. 

Ein kleines Paradies. Dort kann man die Natur genießen, dort kommt man zur Ruhe. Dort sind Köhne und Ferderer aber auch Herren über Zehntausende. Die beiden sind Jugendimker aus Überzeugung.

Gewachsenes Naturbewusstsein

Köhne schon seit klein auf. „Seitdem ich denken kann“, sagt er. Ferderer hat mit 14 das Imkern für sich entdeckt. „Ein Freund hatte mich mal gefragt, ob ich auf sein Volk aufpassen kann, das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich in die Materie eingearbeitet habe“, sagt er. Ihr Naturbewusstsein ist mit ihnen gewachsen. Und die Bedeutung dieser kleinen Tierchen dürfte allen klar sein, sagen sie.

„Ohne Biene, keine Bestäubung. Ohne Bestäubung, keine Blüte. Ohne Blüte, keine Äpfel, Birnen oder Kirschen“, verdeutlicht Ferderer. Er weiß, wovon er spricht.

Trotz ihrer noch jungen Jahre haben sich die beiden bereits einiges Wissen aneignen können. Diverse Lehrgänge, Fortbildungen und Seminare haben die beiden Schüler dafür schon besucht. Hinzu kommen unzählige Lesestunden in Fachbüchern und im Internet.

Zudem sind sie aktive Mitglieder beim örtlichen Imkerverein in Bad Sooden-Allendorf. Sieben Völker besitzt Ferderer. Köhne 20. Für die Imkerei brauche man auch gar nicht so viel Aufwand zu betreiben, sagt Köhne.

Im saftigen Gras hinter dem Haus stehen mehr als zehn Holzkisten mit Blechdeckeln. Das Summen der Bienen hört man schon von Weitem. 

Und dann sagt Ferderer: „Es genügt eine Holzkiste, einen Meter lang, einen halben Meter breit, 20 Zentimeter hoch, die praktisch überall aufgestellt werden kann: im Kleingarten, auf der Dachterrasse, auch auf dem Balkon. Dazu theoretisches und praktisches Wissen über die Bienen und natürlich ein oder mehrere Völker.“

Wettbewerb mit 30 Nationen

Und der Wettbewerb? Da treten ganz viele Jugendimker aus weltweit 30 Ländern an, sagt Köhne. Im Vordergrund stehe der aber nicht. 

„Wir schauen uns auch Sehenswürdigkeiten an und lernen die anderen kennen“, ergänzt Ferderer. Die Teams, die beim Wettbewerb antreten, werden nämlich gemischt. Dass es für die beiden eine tolle Erfahrung wird, steht für sie außer Frage.

Und danach? „Wollen wir eine Schul-AG gründen“, sagt Köhne. Sie wollen andere Jugendliche für ihr Hobby begeistern und auf das Bienensterben aufmerksam machen.

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