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Pfarrer Thomas Schanze wechselt von St. Crucis in Bad Sooden-Allendorf nach Frankershausen

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Von: Christoph Cortis

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Verlässt nach 19 Jahren die Crucis-Kirche: Thomas Schanze tritt seine zweite Pfarrstelle in Berkatal-Frankershausen an.
Verlässt nach 19 Jahren die Crucis-Kirche: Thomas Schanze tritt seine zweite Pfarrstelle in Berkatal-Frankershausen an. © Chris Cortis

Nach 19 Jahren an der St.-Crucis-Kirche in Bad Sooden-Allendorf wechselt Pfarrer Thomas Schanze nach Frankershausen.

Bad Sooden-Allendorf – Ganz so leicht sei es nicht, alles abzugeben, gesteht Thomas Schanze und spricht von einer „emotionalen Achterbahnfahrt“. Andererseits freue er sich auf eine neue Herausforderung, die er auch brauche. Zwei Seelen in der Brust hat der Gottesmann, der als dienstältester Geistlicher unter drei evangelischen Pfarrern in der Kurstadt die St.-Crucis-Kirche verlässt und zum 1. Dezember Pfarrer im benachbarten Berkatal-Frankershausen wird.

19 Jahre lang wirkte der heute 56-Jährige in Allendorf. In turbulenten Zeiten hatte er dort seine erste (doppelt besetzte) Pfarrstelle übernommen; turbulent deswegen, weil seine beiden Vorgänger sich nicht unbedingt grün gewesen waren.

Ehe er seiner Berufung zum Seelsorger folgte, hatte er sich zum Maschinenschlosser ausbilden lassen und die Lehre mit dem Gesellenbrief abgeschlossen.

Weil auch die Landeskirche dem allgemeinen Sparzwang unterliegt und deshalb etliche Pfarrstellen streicht, bewarb sich Schanze auf die schon seit längerer Zeit vakante Stelle in Frankershausen: „Bevor man mich bewegt, bewege ich mich selbst.“

Diesen Schritt habe er mit seiner Familie abgestimmt, zu der neben Ehefrau Claudia auch die Söhne Nils-Benedikt (17) und Jan-Constantin (14) gehören. Hoffnungsvoll und mit freudiger Erwartung sehe seine Frau dem Tapetenwechsel entgegen, den auch die beiden Brüder entspannt aufnähmen, zumal der ältere bald seinen Führerschein in der Tasche haben wird und es von Frankershausen nach Bad Sooden-Allendorf nur ein Katzensprung ist. Einstweilen werde die Familie noch am Kirchplatz in Allendorf wohnen bleiben, bis die Renovierung des Pfarrhauses an neuer Wirkungsstätte abgeschlossen sei.

Und so ganz geht der Pfarrer dann doch nicht fort von seiner, wie er sagt, „zweiten Heimat“. An einem Tag in der Woche wird er weiterhin Religionsunterricht an der Rhenanus-Schule halten.

In der Badestadt hinterlässt Thomas Schanze große Spuren. Zu seinen ersten Amtshandlungen gehörte dort die Gründung eines Fördervereins. Der sammelte in Kooperation mit dem Kirchenvorstand binnen zehn Jahren 100 000 Euro an Spenden ein für die Sanierung der Crucis-Kirche und legte der Landeskirche ein entsprechendes Konzept vor.

Als von dort zunächst kein grünes Licht kam, „drohte“ Schanze, man werde – soweit nachvollziehbar – jede einzelne Summe an die Spender zurück überweisen. Erst als weitere Spenden in Höhe von 50 000 Euro eingegangen waren, habe die Landeskirche den Gesamtbetrag verdoppelt, womit zunächst die Winterkirche und drei Jahre später (als Idee Schanzes) das Kirchencafé Himmelspforte finanziert wurden, das eine Sonderstellung in der gesamten Landeskirche einnimmt.

Maßgeblichen Anteil hat der scheidende Pfarrer außerdem an der Verwirklichung eines Kirch- und Bibelgartens im Schatten der Crucis-Kirche. Vehement stemmte er sich nämlich gegen den Gedanken, auf dieser Fläche Parkplätze anzulegen, nachdem der frühere Küster seinen Garten aufgegeben hatte. Inzwischen haben schon viele Tausend Besucher aus nah und fern den Bibelgarten bestaunt. „All diese Dinge“, zieht Schanze eine positive Bilanz, „sind Gemeinschaftswerke gewesen, und das ist so wertvoll daran. Denn es sorgt für Kontinuität.“ Deshalb gelte sein tief empfundener Dank allen Menschen, die ihm mit Rat und Tat und geistiger Unterstützung zur Seite gestanden hätten.

Feierlich verabschiedet wird der Pfarrer in einem Gottesdienst, der am Sonntag, 13. November, um 17 Uhr in der St.-Crucis-Kirche beginnt. (zcc)

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