„Zwei Stunden vergessen und genießen“

Wincent Weiss begeistert das Publikum im Bad Sooden-Allendorfer Soundgarten

Mehr als nur ein Balladen-Sänger: Wincent Weiss hat auch rockige Stücke im Repertoire und hat zudem eine Menge zu sagen.
+
Mehr als nur ein Balladen-Sänger: Wincent Weiss hat auch rockige Stücke im Repertoire und hat zudem eine Menge zu sagen.

Wincent Weiss gastierte am Wochenende beim Soundgarten in Bad Sooden-Allendorf und sorgte beim Publikum generationenübergreifend für ausgelassene Stimmung.

Bad Sooden-Allendorf – Kreischalarm herrschte am Samstag auf dem Soundgarten-Gelände in Bad Sooden-Allendorf, wo Mädchenschwarm Wincent Weiss im Rahmen seiner Sommertour 2021 Station machte.

Schlichtes weißes T-Shirt, bequeme schwarze Freizeithose und modische Sneaker. Als der 28-jährige Songwriter und Deutschpop-Star mit der braunen Wuschelfrisur und den funkelnden Augen um Punkt 20 Uhr die Bühne betritt und die ersten Töne seines Songs „Wie gemalt“ anstimmt, ist das Eis direkt gebrochen. Vor allem die vielen weiblichen Fans unter den 1000 Zuschauern im ausverkauften Soundgarten springen aus ihren Liegestühlen auf, singen sofort mit oder tanzen auf der Stelle.

Nachdem er seinen Einstiegssong beendet hat, gerät Weiss erst mal ins Schwärmen. Es sei „so verdammt schön“, dass man nach so langer Zeit endlich wieder anfangen dürfe, ein bisschen Normalität zu spüren. „Konzerte sind für mich etwas, wo ich für zwei Stunden alles vergessen und einfach nur genießen kann. Und ich hoffe sehr, dass es Euch allen genauso geht wie mir.“

Überhaupt hat der 28-Jährige, dessen Karriere vor sechs Jahren mit der Coverversion des Songs „Unter meiner Haut“ so richtig begann und der zuvor als Kellner und als Model sein Geld verdiente, viel zu erzählen. Bevor er seinen aktuellen Hit „Die guten Zeiten“ singt, berichtet er beispielsweise über die Zeit, die er während der Corona-Pandemie mit Johannes Oerding verbracht hat, wie die beiden enge Freunde wurden, wie sie den Song gemeinsam eingespielt und auf verschiedenen Konzerten zusammen gesungen haben. Er erzählt, dass er sein Stück mit dem Titel „Was die Menschen nicht wissen“ geschrieben hat, weil er große Probleme mit Mobbing, Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken hat. Besonders viel Applaus erntet Weiss für seine freimütige Bekundung, dass er 2019 auf dem Höhepunkt seines Erfolges psychisch plötzlich „nicht so gut“ ging und er sich seither in Therapie befindet, was ihm enorm geholfen habe. „Das war die Zeit, die ich für mich selbst als Winter bezeichnet habe“, sagt er, um direkt den gleichnamigen Song anzustimmen, in dem er dieses schwierige Thema verarbeitet hat.

Wer glaubt, Wincent Weiss sei einfach nur ein hübsch anzuschauender, ansonsten aber eher seichter Balladen-Sänger, der ist spätestens seit diesem Konzert eines Besseren belehrt. Zwar hat er natürlich seine Gassenhauer wie „Musik sein“, „An Wunder“, „Unter meiner Haut“ und als Zugabe dann auch noch „Feuerwerk“ im Gepäck, die jeder im Publikum mitsingen kann – und dies auch lautstark tut. Mit „Wo die Liebe hinfällt“ beweist er aber, dass er auch rockig kann. Mit „Weck mich nicht auf“ spielt er einen Song, der auf keiner Platte erschienen ist, den er aber dennoch von Beginn an bei seinen Konzerten gespielt hat. Und weil er gesanglich ohnehin zu den Besten gehört, die das Land live auf der Bühne zu bieten hat, braucht an diesem Abend wirklich niemand sein Kommen zu bereuen. (Per Schröter)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.