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Bad Sooden-Allendorf setzt verstärkt auf Tourismus

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Sparten nicht mit Beifall und Kritik: An Stellwänden formulierten die Bürger, wie aus ihrer Sicht der Tourismus in der Badestadt angekurbelt werden kann.
Sparten nicht mit Beifall und Kritik: An Stellwänden formulierten die Bürger, wie aus ihrer Sicht der Tourismus in der Badestadt angekurbelt werden kann. © Chris Cortis

Im Bestreben, mehr Gäste zu gewinnen und damit durch höhere Einnahmen die wirtschaftliche Basis zu verbreitern, verstärkt Bad Sooden-Allendorf die Anstrengungen im Tourismus.

Bad Sooden-Allendorf – Dafür hat die Stadt das bundesweit agierende Hamburger Unternehmen für Tourismus und Regionalentwicklung „Inspektour“ eingeschaltet, das bis Ende März 2023 ein schlüssiges und Kurortentwicklungskonzept vorlegen soll, das auf einen Zeitraum von zehn Jahren angelegt ist. Die Anregung dazu kam von Kurdirektor Jens Lüdecke.

Den Auftakt des Prozesses bildete am Dienstagabend im Kultur- und Kongresszentrum eine über Erwarten gut besuchte Diskussion, in der mehr als 70 Bürger aus ihrer Sicht die Stärken und Schwächen der Stadt beleuchteten und die Ziele bis zum Jahr 2032 definierten.

Aktuelle Trends auflisten

Einleitend hatte unter Assistenz der Projektleiterin Sarah Staub der geschäftsführende Gesellschafter der hanseatischen Agentur, Ralf Trimborn, die aktuellen Trends aufgelistet, die eine Reise auslösen sowie die, die einem solchen Vorhaben entgegenstehen.

Zu der ersten Gruppe zählte er unter anderem die Selbstdarstellung des Reiseziels in Form von Digitalisierung, Videoclips und Infotainment. Von großer Bedeutung seien auch das Erlebnis von Natur und Landschaft, kulturelle und der Gesunderhaltung dienende Angebote sowie ein nicht so komplizierter Service. Inflation und damit einhergehend ein schmaleres Haushaltsbudget dämpften dagegen die Reiselust. All diese Trends seien auch für Bad Sooden-Allendorf relevant, so Trimborn.

Regen Gebrauch machten die Zuhörer von dem Angebot, die für die Badestadt touristisch positiven wie negativen Aspekte auf Wandtafeln schriftlich festzuhalten. Bad Sooden-Allendorf, so hieß es beispielsweise, sei mit seinem geschlossenen Fachwerk und der mittelalterlichen Stadtmauer „eine absolut faszinierende Stadt“ und mit der naturbelassenen Landschaft, der Werra sowie Rad- und Wanderwegen geradezu „eine Idylle“.

Fachwerk, Therme, Rad- und Wanderwege – das sind beispielsweise Angebote, die Touristen nach Bad Sooden-Allendorf locken und die gezielt in ein Konzept einfließen könnten. Archiv- und Symbo
Fachwerk, Therme, Rad- und Wanderwege – das sind beispielsweise Angebote, die Touristen nach Bad Sooden-Allendorf locken und die gezielt in ein Konzept einfließen könnten. Archiv- und Symbo © Chris Cortis/Privat/Hendrik Schmidt/dpa

Als touristische Attraktion hervorgehoben wurden außerdem der Wohnmobilhafen auf der Werrainsel, Therme, Freibad und der Brunnen vor dem Tore – durch das Volkslied über die Grenzen Deutschlands bekannt, aber zu wenig vermarktet.

Moniert wurden die innerstädtische Verkehrsführung, Straßen in schlechtem Zustand, fehlende Parkmöglichkeiten, zu wenige Angebote für Familien mit Kindern oder im Winter und zum Teil mangelhafte Qualität und Quantität an Fremdenbetten.

Fachwerk, Therme, Rad- und Wanderwege – das sind beispielsweise Angebote, die Touristen nach Bad Sooden-Allendorf locken und die gezielt in ein Konzept einfließen könnten. Archiv- und Symbo
Fachwerk, Therme, Rad- und Wanderwege – das sind beispielsweise Angebote, die Touristen nach Bad Sooden-Allendorf locken und die gezielt in ein Konzept einfließen könnten. Archiv- und Symbo © Chris Cortis/Privat/Hendrik Schmidt/dpa

Als touristische Ziele gaben die Bürger einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad der Stadt mit der Formulierung eines zündenden Markenkerns, die Optimierung der Online-Präsenz, eine bessere Anbindung an den ÖPNV, die Ausweitung von Angeboten für Jugendliche, Familien und Sportler und eine bessere Vernetzung in der Region an. Ins Gespräch gebracht wurden auch ein Jugendhotel oder eine -herberge, etwa in einem leer stehenden Gebäude, und ganz besonders eine Reaktivierung des Kurparkhotels. Letztlich angestrebt wird eine Erhöhung der Gästezahl um 15 Prozent.

Finanziell gefördert wird das Entwicklungskonzept durch die Europäische Union. Weitere Fördermittel erhofft sich Bürgermeister Frank Hix aus dem zeitgleichen Programm „Lebendige Zentren“. (Chris Cortis)

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