Drei Rohrleitungen für Glasfaserkabel

Mit Vibrations-Pflug: Baggern bei Friedrichsbrück für schnelleres Netz

So kommen die Internetkabel in die Erde: der Vibrationspflug im Einsatz bei Friedrichsbrück. Foto: Röß

Friedrichsbrück. Als würde man mit dem Messer in Butter schneiden - so scheinbar mühelos arbeitet sich der Vibrations-Verlege-Pflug in Friedrichsbrück durch den Boden.

Gleich drei Rohrleitungen für die Glasfaserkabel zieht er dabei im Zuge des Breitbandausbaus für ein schnelleres Internet in Nordhessen ein.

Zum Einsatz kam die bodenschonende Technik kürzlich im Abschnitt von Friedrichsbrück bis Helsa/Eschenstruth, dem Lückenschluss ans Netz im Landkreis Kassel. „Bei dem Boden schaffen wir bis zu drei Kilometer am Tag“, erklärt Diplom-Ingenieur Mario Faulwetter noch schnell, bevor sich der große Traktor in Bewegung setzt. Der ist über ein langes Stahlseil mit dem Seilwinden-Truck verbunden, sodass das Pflugschwert hinter dem Traktor mit einer Zugkraft von bis zu 70 Tonnen am vier Zentimeter dicken Stahlseil bis zu einer Tiefe von 120 Zentimetern durchs Erdreich gezogen wird.

Starke Geräuschkulisse

Damit ist die Geräuschkulisse in der Nähe der Maschine mit einem Mal so heftig, dass man das eigene Wort kaum noch versteht. Ursache dafür sind jedoch weniger die Motorengeräusche des Traktors als die starken Vibrationen, die gezielt über die Hydraulik am Verlegepflug ausgelöst werden. Erst dadurch gleitet das mit Hartmetallzähnen bestückte Pflugblatt scheinbar mühelos durch den Boden und schafft dabei so viel Platz wie nötig. Durch die Vibrationen wird der Boden beiderseits des Blattes soweit verdichtet, dass die drei Leitungen samt dem Trassenwarnband spannungsfrei über eine Führungsvorrichtung überein-ander liegend eingepflügt werden können. Selbst Steine räumt der Vibrationskabelpflug dabei aus dem Weg.

Nach dem Arbeitsgang sind an der Oberfläche kaum Spuren auszumachen. Ein wenig aufgerütteltes Erdreich wird im Nachgang mit der Baggerschaufel gleich wieder verdichtet. Treffen die Leitungsbauer beim Verlegen jedoch auf versiegelte Flächen oder im Boden verlegte Versorgungsleitungen, ist eine Spülbohrung erforderlich. „Überraschungen gibt es im Grunde kaum“, so Faulwetter, denn im Vorfeld eines solchen Projekts werden alle Details einer geplanten Trasse mit Vertretern des Naturschutzes, des Forstes und der Kommunen offengelegt.

Nach dem Spatenstich für den Breitbandausbau im September 2016 in Rommerode lagen 2017 alle naturschutzrechtlichen Genehmigungen für die Trasse bis Eschenstruth vor, sodass ab Februar die Rohrleitungen verlegt werden konnten.

Mit Spülbohrungen 

Mit Spülbohrungen von 180 Metern Länge hatten sich die Leitungsbauer durch den Großalmeröder Stadtteil gearbeitet, um möglichst wenig Oberfläche in der Ortslage aufbrechen zu müssen. Da die Trasse von Rommerode nach Friedrichsbrück jedoch durch lockeres Kalkgestein und Felsen führt, kam dort der Rollenmeißel zum Einsatz. Kein Wunder, dass unter den Bedingungen täglich nur Strecken zwischen 50 und 200 Metern möglich waren.

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