Altes Empfangsgebäude für knapp 26.000 Euro

Bahnhof in Bad Sooden-Allendorf soll versteigert werden

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Bahnhof in Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allendorf. Als Interesse am Bahnhofsgebäude bestand, wollte die Bahn AG es nur im Gesamtpaket mit eher weniger interessanten Grundstücken zum Gesamtpreis von 800.000 Euro verkaufen. Die Folge: Ein Käufer fand sich nicht.

Ideen, wie man das Gebäude sinnvoll wieder hätte nutzen können, lagen damals vor. Nun soll das repräsentative Empfangsgebäude am 31. März vom Auktionshaus Karhausen (Berlin) separat versteigert werden.

Mindestgebot für die 448 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche plus 2156 Quadratmeter Grundstück: 23.000 Euro zuzüglich Courtage von 11,9 Prozent, also insgesamt 25.737 Euro. 150.000 Euro hatte die Stadt noch vor einem Jahr geboten, wobei 40.000 Euro für das Gebäude gedacht waren, hätte man es aus dem Komplettpaket herausnehmen können.

Heute aber wird kein Angebot mehr von der Stadt angegeben, nicht einmal über 23.000 Euro. „Wir müssen ein wirtschaftliches Nutzungskonzept haben“, sagt Bürgermeister Frank Hix (CDU). Das leerstehende Bahnhofsgebäude müsste saniert und so betrieben werden, dass es kein Minus gibt. Zur Nutzung für Vereine wäre es ein Superangebot, findet Hix, der sich „sehr verwundert“ darüber äußerst, dass die Bahn AG das Gebäude jetzt doch isoliert loswerden will – „und dann für diesen Preis“.

Doch der Arbeitskreis Grenzinformation und der Verein für Stadtkultur haben nach zehn Jahre währender Hängepartie um den Bahnhof das Konzept eines „Kulturbahnhofs der Einheit“ im vorigen Jahr ad acta gelegt. Stattdessen werde nun ein Ausstellungsgebäude am Grenzmuseum auf hessischer Seite gebaut, erklärte Vorsitzender Wolfgang Ruske auf Anfrage. Die Vorbereitungen laufen bereits. Idee von Verein für Stadtkultur und Arbeitskreis Grenzinformation damals: den Bahnhof in ein Begegnungszentrum verwandeln und eine Akademie, in der Geschichtsreisen zur politischen Bildung stattfinden, einrichten. Auch die Tourist-Information der Stadt wäre im Bahnhofsgebäude gut erreichbar gewesen, meinte Ruske. Zusammen mit dem Kulturforum Bad Sooden-Allendorf und dem Familienzentrum hätten auch ständig Ausstellungen und Veranstaltungen dort stattfinden können. Wirklicher Gewinn für Stadt

Die Stadt würde jedes Projekt unterstützen, versichert jetzt Bürgermeister Hix, der sich ein Tanzlokal, ein kleines Theater oder auch eine Nutzung durch einen Gewerbetreibenden vorstellen kann. „Alles ist besser als eine Brache.“ Wenn der Bahnhof als Kulturgut sogar noch kulturell genutzt würde, so Hix, wäre er „ein wirklicher Gewinn für die Stadt“. Deren Unterstützung allerdings ist nur moralischer Art – Geld hat sie keins. Hix bietet an, das Gebäude der Arbeitsgemeinschaft Zukunft Altbau anzudienen. Die bemüht sich darum, Leerstand in der Badestadt mit Leben zu erfüllen.

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