Bankkunden sind empört

Geplanter Abbau der Sparkassen-Automaten in Sooden stößt auf Widerstand

Lehnen die Pläne der Sparkasse entschieden ab: Sieglinde Peters (von links), Sabine Growe, Bärbel Gorny, Michael Ruess und Frank Hix.
+
Lehnen die Pläne der Sparkasse entschieden ab: Sieglinde Peters (von links), Sabine Growe, Bärbel Gorny, Michael Ruess und Frank Hix.

Die Sparkasse Werra-Meißner möchte in Bad Sooden-Allendorf Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker an der Weinreihe abbauen - zum Ärger der Kunden.

Bad Sooden-Allendorf – Auf erheblichen Widerstand stößt in Bad Sooden-Allendorf die Absicht der Sparkasse Werra-Meißner, ihren Selbstbedienungsstandort an der Weinreihe in Sooden zum Jahresende aufzugeben, Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker abzubauen.

„Eine Unverschämtheit“, empört sich Sabine Growe (57), die ihren Feinkostladen gleich nebenan hat und von vielen Kunden weiß, dass diese sich vor ihrem Einkauf Geld am Automaten besorgten, weil sie ungern mit der EC-Karte bezahlten.

Mit ihrer Meinung steht die Geschäftsfrau nicht allein, die sich nach eigenen Angaben „fürchterlich aufgeregt“ habe nach Bekanntwerden der Pläne des Geldinstituts.

Die hatte die Sparkasse – wie berichtet – mit dem Hinweis auf ein „verändertes Kundenverhalten“ begründet. So würden inzwischen mehr als 60 Prozent der täglichen Geldgeschäfte per Online-Banking oder App abgewickelt. Sogar 90 Prozent aller neuen Konten würden online genutzt.

„Das ist die Katastrophe vor dem Herrn“, reagiert auch Sieglinde Peters. Die 64-Jährige, die in Sooden zu Hause und „schon immer Kundin der Sparkasse“ ist, zeigt wenig Neigung, nach Allendorf zu radeln, um dort ihre Bankgeschäfte zu erledigen. „Wo bleibt der Service?“, fragt sie angesichts der Tatsache, dass es nirgendwo sonst in Sooden eine Möglichkeit dazu gibt.

„Nicht in Ordnung“, kommentiert Bärbel Gorny (52) die Absicht der Sparkasse, die offensichtlich „zu wenig an ältere Menschen und die Kurgäste gedacht“ habe, die zum Teil körperlich gehandicapt seien. „Wir wollen, dass der Standort erhalten bleibt“, fordert sie ein Umdenken.

Sollen in Sooden bald nicht mehr möglich sein: Bankgeschäfte, wie sie hier Werner Voß am Selbstbedienungsstandort in der Weinreihe vornimmt.

Ähnlich äußert sich auch Werner Voß: „Wir müssen davon ausgehen, dass viele ältere Leute in Sooden wohnen.“ Denen sei der Weg nach Allendorf nicht zuzumuten, so der 74-Jährige, der ebenfalls die Reha-Patienten in den örtlichen Kliniken, aber auch die Tagestouristen im Blick hat.

Unterdessen hat sich mit dem Thema auch der Magistrat der Stadt befasst. Der ist nach übereinstimmender Aussage von Bürgermeister Frank Hix und Stadtrat Michael Ruess „überhaupt nicht einverstanden“ mit der Absicht der Sparkasse.

Die habe bei allem Verständnis für ihre wirtschaftlichen Sorgen auch einen sozialen und gesellschaftlichen Auftrag. Und diese Aspekte müssten miteinander in Einklang gebracht werden, sagt Hix und kündigt eine Intervention bei den Vorständen der Sparkasse und bei Landrat Stefan Reuß als Vorsitzendem des Verwaltungsrates an.

Eine Anfang der Woche gestellte Anfrage, ob ihre Pläne unumstößlich seien, ließ die Sparkasse bis Redaktionsschluss unbeantwortet, kündigte aber durch ihren Sprecher Lutz Römer noch eine spätere Stellungnahme an.

Von Chris Cortis

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.