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Bauern im Werra-Meißner-Kreis sind zufrieden mit der Spargelernte

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Von: Tobias Stück

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Flaute beim Spargelverkauf: Die Anbauer aus dem Landkreis Kassel verkaufen 20 bis 30 Prozent weniger Spargel in diesem Jahr.
Weniger Direktverkauf, mehr Gastronomie: Heimische Spargelbauern ziehen ein gemischtes Fazit der abgelaufenen Erntezeit.  © Hendrik Schmidt/dpa

Mit dem heutigen 24. Juni – dem sogenannten Spargel-Silvester – endet offiziell die Spargelsaison. Heimische Spargelbauern ziehen ein gemischtes Fazit der abgelaufenen Erntezeit.

Werra-Meißner – Die Verkaufszahlen seien bei den Privatkunden rückläufig gewesen, in der Gastronomie hätte der Absatz nach zwei Coronajahren wieder angezogen. Insgesamt sei die Ernte zufriedenstellend gewesen.

Ob das gebremste Kaufverhalten mit einem gesunkenen Konsum durch eine steigende Inflation zu tun hat, oder sich einfach nur auf dem Vor-Corona-Niveau eingependelt hat, bleibt offen. „Wir haben allerdings schon bemerkt, dass Kunden auch vermehrt zum Klasse II-Spargel gegriffen haben“, sagt Spargelbauer Philipp Wicke aus Meinhard-Jestädt. Volker Kanngießer aus dem Wanfrieder Stadtteil Aue hat in seinem Hofladen einen Umsatz-Rückgang von etwa 40 Prozent ausgemacht. Auch Tobias Klenke aus Kleinvach hat in den letzten beiden Mai-Wochen einen zurückhaltenden Einkauf bei den Kunden gespürt. Er sagt aber: „Wir sind auf einem normalen Niveau von 2019. Wir waren in den letzten zwei Jahren verwöhnt.“

Damit spricht Klenke die Pandemie mit Gastronomieschließungen an. Spargel-Liebhaber hätten sich das Gemüse lieber zu Hause zubereitet, anstatt ins Restaurant zu gehen. In diesem Jahr sei der Absatz in der Gastronomie wieder deutlich besser gewesen, bestätigen alle drei Spargelbauern. „Die Restaurantgäste sind zurückgekommen“, sagt Kanngießer, der in seinem Feldladen auch eine Gaststätte betreibt.

Philipp Wicke Spargelbauer
Philipp Wicke, Spargelbauer © Triller, Harald

Nicht ideales Wetter sorgte für Schwankungen bei der Ernte. Teilweise zu wenig Regen, in anderen Phasen zu viel Sonne haben den Ertrag beeinflusst. Das führte zu Kapriolen im Großhandel. Als die Kühlhäuser voll waren, seien die Preise gepurzelt, erklärt Wicke. Ab Pfingsten wurde der deutsche Spargel knapp und die Preise im Großhandel sind wieder gestiegen. Den heimischen Erzeugern haben die Schwankungen nichts ausgemacht. „Unsere Preise waren die gesamte Zeit stabil, weil wir unseren eigenen Absatzmarkt in der Region haben“, erklärt Wicke. Foto: triller:

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