Zwölf Bäume für die letzte Ruhe

Baumbestattungen in Waldkappel möglich

Für die letzte Ruhe unter einem Baum stehen jetzt auf dem städtischen Friedhof in Waldkappel zwölf Bäume zur Verfügung. Die erste Bestattung dieser Art findet Ende der Woche dort statt.
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Für die letzte Ruhe unter einem Baum stehen jetzt auf dem städtischen Friedhof in Waldkappel zwölf Bäume zur Verfügung. Die erste Bestattung dieser Art findet Ende der Woche dort statt.

Der alte Teil des städtischen Friedhofes von Waldkappel kann jetzt für sogenannte Baumbestattungen genutzt werden.

Waldkappel – Das entschied die Stadtverordnetenversammlung jetzt mit ihrer neuen Friedhofssatzung, die sie kürzlich verabschiedete. Für Urnenbestattungen in dem Friedwald stehen nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Jürgen Lang zunächst acht alte Linden und Rotbuchen sowie vier neu angepflanzte Bäume zur Verfügung.

Der alte Baumbestand soll jetzt noch von Sträuchern befreit werden. „Die Arbeiten dazu haben heute begonnen“, so Lang.

Über die Entscheidung, künftig in Waldkappel Baumbestattungen zu ermöglichen, freut sich auch Ortsvorsteher und Parlamentsmitglied Peter Kniese. „Ich bin immer wieder von Bürgern darauf angesprochen worden, wann diese Form der Bestattung endlich möglich wird.“

Zwischen zehn und 15 Verstorbene können um jeden Baum ihre letzte Ruhe finden. Laut der neuen Satzung sollen die Grabstellen aber mit einer 30 mal 40 Zentimeter großen Rasenplatte versehen werden, auf der Name sowie Geburts- und Sterbedatum eingraviert sind.

Kniese, der sich für den Friedwald eingesetzt hatte, wollte eigentlich lieber Plaketten an den Bäumen, konnte sich aber letztendlich damit nicht durchsetzen. Die erste Baumbestattung findet Ende der Woche statt, zwei weitere bis Anfang Januar.

Die neuen Gebühren

Mit der neuen Friedhofssatzung der Stadt haben sich einige Änderungen ergeben, aber vor allem wird das Sterben in der Stadt teurer. So wird die Aufbewahrung einer Leiche für vier Tage 150 Euro kosten (bisher 125 Euro). Jeder weitere Tag kostet zusätzlich 40 Euro. Bei der Lagerung der Aschenurne steigt die Gebühr von 35 auf 40 Euro.

Die Nutzung der Friedhofskapelle kostet künftig 185 Euro (bisher 155 Euro), eine Bestattung kostet 800 Euro (bisher 730 Euro). Ein anonymes Urnengrab sowie eine Baumgrabstätte je Urne kosten 260 Euro (bisher 230 Euro).

Die Bestattung von Ascheresten (Ausheben und Schließen der Urnengrabstätte) kostet künftig 225 Euro (bisher 190 Euro). Insgesamt wurden die Gebühren, die auch für die Friedhöfe in Eltmannsee und Stolzhausen gelten, in 28 einzelnen Positionen um durchschnittlich zwischen zehn und 20 Prozent erhöht.

Weitere Änderungen

Auch inhaltlich haben sich eine Reihe von Veränderungen im städtischen Bestattungswesen ergeben. Unter anderem: Damit totgeborene Kinder auf dem Friedhof beerdigt werden können, müssen sie mindestens 500 Gramm gewogen haben oder nach der 24. Schwangerschaftswoche geboren worden sein.

Bisher galt das für Kinder, die bis zum sechsten Monat geboren wurden. Tote Föten können auf Wunsch der Angehörigen ebenfalls bestattet werden.

Künftig soll zudem darauf geachtet werden, dass Särge sowie Sargzubehör und Kleidung des Toten so beschaffen sind, dass das Material abbaubar ist.

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