Audit-Programm

Bedarf von Familien im Fokus:Kreisausschuss empfiehlt Zielvereinbarungen

Vortrag zum Familiengerechten Werra-Meißner-Kreis: Die Mitglieder des Kreisausschusses für Soziales und Integration trafen sich am Freitag in der Stadthalle in Eschwege.
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Vortrag zum Familiengerechten Werra-Meißner-Kreis: Die Mitglieder des Kreisausschusses für Soziales und Integration trafen sich am Freitag in der Stadthalle in Eschwege.

Attraktiv für Familien? Der Werra-Meißner-Kreis wirft einen Blick auf das Leben, Wohnen und Arbeiten von Familien. Im Kreis soll es erleichtert werden.

Werra-Meißner – Den Werra-Meißner-Kreis für Familien gerechter gestalten, das haben sich die Mitglieder des Kreistages und der Verwaltung vor einem Jahr vorgenommen und deshalb das Programm „Audit Familiengerechter Werra-Meißner-Kreis“ angestoßen.

In einem Audit wird untersucht, ob bestimmte Prozesse, Anforderungen und Richtlinien geforderten Standards entsprechen. In diesem Falle sind es die Kriterien des Vereins Familiengerechte Kommune (siehe Hintergrund).

Wenn der Werra-MeißnerKreis die Prüfung besteht, dann kann er eine entsprechende Zertifizierung bekommen. Damit wäre er hessenweit der erste Kreis, sagt Myriam Lamotte-Heibrock, stellvertretende Fachbereichsleiterin Jugend, Familie, Senioren und Soziales in der Kreisverwaltung. Sie informierte am Freitag die Mitglieder des Kreisausschusses für Soziales und Integration über den aktuellen Stand des Prozesses. Bislang wurden hauptsächlich Städte damit ausgezeichnet, erläutert sie. Im Kreis seien das etwa Witzenhausen und Eschwege.

Im vergangenen Jahr wurde nach einer Bestandsaufnahme überlegt, was der Kreis tun kann, um familiengerechter zu werden. Dafür wurden unter anderem 15 Ziele definiert, die in sechs Handlungsfeldern zu verorten sind und durch bislang 29 Projekte erreicht werden sollen.

Das sind die bislang zusammengetragenen und definierten Handlungsfelder:

1. Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit „Familiengerechtigkeit als gemeinsames Ziel“

2. Familie und Arbeitswelt, Betreuung

3. Bildung und Erziehung

4. Familiengerechte Infrastruktur

5. Wohnumfeld und Lebensqualität

6. Senioren und Generationen

Ziele der Handlungsfelder sind unter anderem Planungsgrundlagen zu schaffen und für Themen, die spezielle Familien betreffen wie etwa die Vereinbarkeit von Kind und Beruf, zu sensibilisieren. Auch bereits vorhandene Angebote sollen eingebunden werden und dadurch Synergien geschaffen werden, erklärt Lamotte-Heibrock.

Auch das Thema Wohnen sei ein wichtiger Punkt, da Familien oft andere Anforderungen hätten und auch finanziell anders belastet seien. Eine Überlegung sei deshalb, sollte sich kein Privatinvestor finden, eine kreiseigene Wohnungsbaugesellschaft ins Leben zu rufen, die sich auf den Bau von bedarfsgerechtem und bezahlbaren Wohnraum für Familien, Bedarfsgemeinschaften, Menschen mit Behinderung und Geflüchteten spezialisiert. Das müsse aber auch noch auf Machbarkeit überprüft werden und sei bislang nur ein Gedankenspiel.

Nächster Schritt: Auditierung und Zertifizierung

Zu den nächsten Schritten gehöre nun die Auditierung und Zertifizierung. Dann werde es in den nächsten drei Jahren um die Umsetzung der Zielvereinbarungen gehen. Sollten neue Ziele wichtig werden, dann könnten diese ebenfalls noch aufgenommen werden.

Der Status des gesamten Prozesses solle außerdem jährlich kommuniziert werden – in einem Bericht im Kreistag. Lamotte-Heibrock betont, dass es hier nicht nur darum ginge, ein Zertifikat zu erhalten, sondern auch darum, den Kreis für die nächsten drei Jahre strategisch auszurichten und familienpolitische Ziele festzulegen.

Begleitet wurde der Kreis im vergangenen Jahr durch eine Auditorin des Vereins. „Wir konnten 100 Menschen über die Strategieworkshops und die Konferenzen an der Entwicklung der Ziele beteiligen.“ Ausgetauscht habe man sich auch mit Witzenhausen und Eschwege. Die Verzahnung solle auch weiterhin bleiben.

Der Ausschuss hat sich einstimmig für die Zielvereinbarungen ausgesprochen. Nun müssen nur noch die Mitglieder des Kreistages in der Sitzung kommenden Freitag darüber abstimmen.

Von Hanna Maiterth

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