Zuständigkeit des Landeswohlfahrtsverbands in der Diskussion

Behinderten-Hilfe: Kreis kann Partner verlieren

Werra-Meißner. Weil Ende 2016 das Bundesteilhabegesetz verabschiedet wurde, steht die Zuständigkeit des Landeswohlfahrtsverbands (LWV) Hessen für die Eingliederungshilfe von behinderten Menschen ab 2020 zur Diskussion – auch im Kreis.

Jetzt machen sich Mitarbeiter Sorgen um ihre Stellen und Partner Gedanken um die Zukunft.

Der LWV kümmert sich seit Jahrzehnten mitunter darum, dass sich Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zurechtfinden. Im Landkreis sind vier Mitarbeiter der Zentrale in Kassel, auch in Teilzeit, für 1300 Menschen im Einsatz. Die Frauen und Männer sind parallel für andere Kreise Nordhessens zuständig.

Der Landkreis kooperiert vor Ort mit den LWV-Mitarbeitern und hat sich deshalb verwaltungsintern auch schon Gedanken über mögliche Auswirkungen des Gesetzes gemacht. Auch im hessischen Landkreistag beteilige man sich an der Diskussion, teilt Kreissprecher Jörg Klinge mit.

Landrat Stefan Reuß favorisiert ein sogenanntes Lebensabschnittsmodell, bei dem es klare Zuständigkeiten gibt und sowohl der LWV als auch der Kreis Eingliederungshilfeträger sind. Danach wäre der Kreis für alle Kinder und junge Menschen bis zum Ende des Schulbesuchs und ab Eintritt in die Verrentung zuständig. Die Altersgruppe dazwischen läge in der Zuständigkeit des LWV. LWV-Mitarbeiter sind in drei Teams aufgeteilt, die Regionalmanager an der Spitze haben: Ein Team ist für körperlich behinderte Menschen, eins für Menschen mit geistiger Behinderung und eines für Menschen mit seelischer Behinderung und Abhängigkeitserkrankungen zuständig.

Angesprochen auf Sorgen der Mitarbeiter und Partner sagt eine LWV-Sprecherin: „Der Verband hat seit seiner Gründung vor mehr als 60 Jahren großes Fach- und Erfahrungswissen aufgebaut.“ Gerade wegen der Veränderungen sollte man darauf nicht verzichten. Zudem garantiere der LWV Gleichbehandlung und fachliche Standards. (flk/dau)

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