Gnadenhochzeit

Beim Tanzen sprang der Funke über: Berta und Helmut Sparr sind seit 70 Jahren verheiratet

Grüne Hochzeit: Heute vor 70 Jahren führte Helmut Sparr seine Berta zur Trauung in die Kirche Germerode.
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Grüne Hochzeit: Heute vor 70 Jahren führte Helmut Sparr seine Berta zur Trauung in die Kirche Germerode.

Unser Paar aus Eschwege ist seit 70 Jahren verheiratet. Wie sie sich kennengelernt haben und über viele andere Dinge sprach Helmut Sparr mit uns.

Eschwege – Er wird ihn niemals vergessen, den Tanzabend im Jahre 1947 im Eschweger Gasthaus „Werrastrand“. Dort sprang bei Berta und Helmut Sparr der Funke der Liebe über. „Ich war kein guter Tänzer, aber Berta hat mich souverän geführt und mir die nötigen Schritte beigebracht“, schwärmt Helmut Sparr noch heute, wenn er sich an diese Zeit zurückerinnert.

Wir haben unsere Gäste angeführt und kamen uns vor wie bei einem Kirmesumzug.

Bräutigam Helmut Sparr

Vier Jahre später, exakt am 24. Februar 1951, hat er sie dann in der Kirche ihres Heimatdorfes Germerode vor den Traualtar geführt.

„Wir haben unsere Gäste angeführt und kamen uns vor wie bei einem Kirmesumzug“, erzählt der Bräutigam jetzt, 70 Jahre später, immer noch mit einem freudigen Lächeln im Gesicht. „Die Feier fand nach der kirchlichen Trauung im Gasthaus Sippel statt“, bedauert Helmut Sparr, dass die Gnadenhochzeit aus zweierlei Gründen nicht gefeiert werden kann. „Einerseits bremst uns die Corona-Pandemie, andererseits befindet sich meine Ehefrau im Pflegeheim.“

Vor 70 Jahren führte Helmut Sparr seine Berta zur Trauung in die Kirche Germerode.

Der 90-jährige Helmut Sparr geht auf eine lustige Anekdote ein: „Ich habe Berta an meinem 17. Geburtstag mit zu meinen Eltern genommen. Der Kommentar meiner Mutter war, dass du mir aber jetzt nicht alle paar Wochen eine andere Frau vorstellst. Ich habe mich an diese Worte gehalten und bin bis heute meiner Berta treu geblieben“, schwenkt er zur anderen Seite hinüber, wo er in Germerode von seinen späteren Schwiegereltern erfahren hat, dass die Jungs auf dem Lande allseits gut im Futter sind.

Originalton der Schwiegermutter: „Junge, du bist so dürr, so können wir dich nicht überall mit hinnehmen, die Leute werden denken, du bekommst nicht genug zu essen“, geht Helmut Sparr auf die gute Pflege ein, die er am Fuße des Meißners genießen durfte.

Berta, geborene Zinngrebe, wurde am 6. September 1927 in Germerode geboren und half nach der Schule in der elterlichen Landwirtschaft mit. Nach der Hochzeit widmete sie sich der Erziehung der drei Kinder sowie der Haushaltsführung. Und in der Freizeit war sie an der Seite ihres Ehemannes beim DRK in Eschwege aktiv, fungierte dort auch über 20 Jahre hinweg als Übungsleiterin der Seniorengymnastik.

Helmut Sparr erblickte am 4. September 1930 das Licht der Welt in Göttingen, ist in Posen aufgewachsen und nach dem Krieg zu den Großeltern nach Eschwege gekommen, wo er mit seiner Berta 1960 in der Neißestraße sein neues Zuhause fand. Weil dem gelernten Krankenpfleger die Stationsleitung am Eschweger Krankenhaus verwehrt blieb, wechselte er 1970 zum DRK-Kreisverband Eschwege, wo er bis zur Rente 1995 auch über viele Jahre hinweg die wichtige Aufgabe als Kreisgeschäftsführer ausübte.

Das ehrenamtliche Wirken des Ehepaares wurde belohnt. Berta erhielt den Ehrenbrief und die Verdienstmedaille des Landes Hessen. Helmut das Ehrenkreuz des DRK-Landesverbandes Hessen. Für seine schon vor der Wende geleistete DRK-Aufbauhilfe Ost, freute er sich über die Ehrenmedaille der DDR.

Zu den Gratulanten zur Gnadenhochzeit gehören am heutigen 24. Februar neben den Familien der beiden Töchter und des Sohnes auch fünf Enkel und sechs Urenkel.

Von Harald Triller

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