Bekenntnis zur Bioenergie: Kompetenzzentrum Hero feiert Jubiläum

Kleiner Künstler: Der elfjährige Sherom aus Friedland übt sich an der Wipp-Drechselbank, wohlwollend beobachtet von Papa Sony und Mama Priyanthi Schrader. Foto: Cortis

Witzenhausen. Zu einem Plädoyer für eine verstärkte Nutzung von Biomasse bei der Erzeugung von Energie wurde am Samstag in Witzenhausen der Tag der offenen Tür aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des dortigen Kompetenzzentrums Hessen-Rohstoffe (Hero).

Nach wie vor sei die Biomasse ein wichtiger Baustein der Generationenaufgabe, dem Klimawandel entgegenzutreten, sagte der Gründungsvorsitzende des Vereins Hero, Staatssekretär a. D. Karl Winfried Seif. Ohne die Nutzung von Bioenergie werde die Abkehr von fossilen Rohstoffen nicht gelingen.

Aktuell besitze die Bioenergie deutschlandweit einen Anteil von siebzig Prozent an allen erneuerbaren Energien, so Seif. Das sei bei der jüngsten Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) übersehen worden, weshalb in Deutschland keine nennenswerte Steigerung der Stromerzeugung aus Biomasse mehr zu erwarten sei. Allerdings entfielen - abgesehen vom Verkehr - nur etwa 30 Prozent des Endenergieverbrauchs auf Stromanwendungen. Mehr als das Doppelte werde im Wärmebereich verbraucht.

Moderiert wurde der Festakt von Deula-Geschäftsführer Henry Thiele in seiner Eigenschaft als beauftragtes Vorstandsmitglied von Hero. Die Abteilungsleiterin Landwirtschaft im Hessischen Umweltministerium und Hero-Vorstandsvorsitzende Dr. Anna Runzheimer wies darauf hin, dass sich das Kompetenzzentrum während seines zehnjährigen Bestehens zu einem gefragten Ansprechpartner für den Anbau und die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in produzierenden und forschenden Unternehmen, für Institutionen aus der Wirtschaft und für Bildungseinrichtungen entwickelt habe. Heute decke Hero die ganze Palette rund um die energetische und stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe ab. Dank gelte den Mitarbeitern für ihren kompetenten Einsatz und hohes Engagement.

Erlebnis für Jung und Alt

Viele Besucher auch von weit außerhalb Witzenhausens nutzten den Tag der offenen Tür, um sich eine große Ausstellung zum Thema nachwachsende Rohstoffe anzuschauen oder Fachvorträge zur Zukunft der Biomasse, der Landwirtschaft im ländlichen Raum, der Brennholzgewinnung im Wald oder der Wärmedämmung mittels Naturfaser anzuhören. Unterdessen konnten draußen Kinder auf Entdeckungsreise gehen, lernten auf dem Barfußpfad verschiedene Naturprodukte, wie Stein- und Holzkohle, Mais, Raps, Pellets oder Hackschnitzel buchstäblich Schritt für Schritt zu begreifen. Zudem konnten die Kinder aus Naturwolle Filz herstellen, handwerkliches Geschick beim Drechseln demonstrieren oder in einem Labor aus Mais-chips alternatives Verpackungsmaterial zu Styropor produzieren. (zcc)

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