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Beleidigungen und Hakenkreuze auf Bäume gesprüht: Täter gesucht

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Von: Emily Spanel

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Neonpink leuchten die Verunglimpfungen auf den gefällten Stämmen. Um den Verursacher zu ermitteln, hat die 84er Waldgemeinschaft Röhrda eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.
Neonpink leuchten die Verunglimpfungen auf den gefällten Stämmen. Um den Verursacher zu ermitteln, hat die 84er Waldgemeinschaft Röhrda eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. © 84er Waldgemeinschaft

Röhrda – Üble Beleidigungen, Verunglimpfungen wie „Hier die Gier“ und „Holz für jedermann, nicht nur für Hartmänner“ haben Unbekannte auf Bäume, die sich im Eigentum der 84er Waldgemeinschaft Röhrda befinden, geschmiert. Die Mitglieder der Waldgemeinschaft selbst werden als „Forstidioten“ beschimpft. „Signiert“ haben die Vandalen ihre Schmierereien auf stehenden und bereits gefällten Bäumen mit Hakenkreuzen.

Festgestellt wurden die Taten am Wochenende 5./6. November. Der Vorstand der Waldgemeinschaft hat mittlerweile Strafanzeige bei der Polizei gestellt; die Ermittlungen laufen (wir berichteten).

Die Reaktion

„Für die 84er Waldgemeinschaft ist es unverständlich, wie es zu den schweren Beleidigungen und Verunglimpfungen durch die aufgebrachten Sprüche auf dem Holz und den Bäumen kommen konnte“, teilt der Vorstand in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Beleidigungen zeigten, wie viel Neid auf diesen Waldbesitz bestehe, und wie wenig Ahnung der Schmierfink von der Pflege der Waldkultur habe. „Es ist wenig verwunderlich, dass der Schreiberling sich als Nazi outet, indem er Hakenkreuze als seine Signatur an die Bäume schmiert.“

Der Einschlag

Als möglichen Grund für den Angriff hat die 84er Waldgemeinschaft einen Holzeinschlag im Jahr 2021 ausgemacht, der „zu einer breiten Diskussion im Ort“ geführt habe. Die ehrenamtliche Arbeit des Vorstandes sei schon in der Vergangenheit nicht immer leicht gewesen, heißt es zum Hintergrund des Holzeinschlags. Jedoch seien die Anforderungen in den vergangenen Jahren – bedingt durch anhaltende Dürre – immer weiter gestiegen. „Leider müssen wir feststellen, dass durch den in großem Maße fehlenden Regen nunmehr auch die Buchen betroffen sind und diese enorme Dürreschäden aufweisen. Um die erntereifen Buchen nicht dürr werden zu lassen, wurde bereits 2021 ein größerer Einschlag vorgenommen.“ Der sei zwingend notwendig gewesen, um das Holz noch verwerten zu können.

Die Konsequenz

Hätte man die Bäume stattdessen stehen lassen, wären bereits in diesem Schlag weit über 50 Prozent vertrocknet. „Dies hätte unter anderem dazu geführt, dass wir die entsprechenden Waldstücke für die Naherholung hätten sperren müssen, weil durch herabstürzende Äste und Kronenholz akute Verletzungsgefahr bestanden hätte. Wir haben Verständnis dafür, dass der Laie dies nicht erkennen kann und dadurch auch die daraus resultierende Gefahr vollständig unterschätzt“, erklärt der Vorstand der Waldgemeinschaft. Und diese Arbeit sei durch Fachleute bestätigt worden, „entgegen der negativen Meinung im Ort“.

Die Erlöse

Die Erlöse aus dem Holzeinschlag wurden zu großen Teilen in den Waldumbau investiert. „Hier kann sich jeder die Neukultur, die wir unter großer Beteiligung der Mitglieder durchgeführt haben, und die Einzäunung zum Schutz der sehr gut vorhandenen Naturverjüngung anschauen.“ Weitere Anpflanzungen stehen an; der Vorstand sei außerdem jederzeit bereit für Auskünfte.

Die Transparenz

Der Vorstand der 84er Waldgemeinschaft versuche, so transparent wie möglich zu arbeiten. Dazu gehörten nicht nur die regelmäßigen Berichte in den Jahreshauptversammlungen, sondern auch die Waldbegehungen, zu denen Mitglieder und Interessierte aus dem Ort eingeladen werden.

„Leider waren zum letzten Waldbegang nur sechs Teilnehmer, einschließlich des Vorstandes, gekommen. Unter Führung von Reiner Weishaar wurde die Situation betrachtet und verständlich erläutert. Auf der Basis dieser Informationen wurde der Einschlag 2022 unter Einbeziehung der Generalversammlung geplant und durchgeführt.“ Nach Meinung der Experten sei dieser Einschlag noch viel zu wenig gewesen.

Hinweise erbeten

Die Waldgemeinschaft bittet um Mithilfe, um denjenigen zu finden, der die Verantwortung für den Sprühvandalismus trägt. Hinweise bitte an die Polizei in Sontra, Telefon 0 56 53/97 66 12 (Hr. Grill).
Die 84er Waldgemeinschaft Röhrda setzt zur Ergreifung des Verursachers eine Belohnung von 500 Euro aus.

Von Emily Hartmann

Neonpink leuchten die Verunglimpfungen auf den gefällten Stämmen. Um den Verursacher zu ermitteln, hat die 84er Waldgemeinschaft Röhrda eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt.
Neonpink leuchten die Verunglimpfungen auf den gefällten Stämmen. Um den Verursacher zu ermitteln, hat die 84er Waldgemeinschaft Röhrda eine Belohnung in Höhe von 500 Euro ausgesetzt. © 84er Waldgemeinschaft

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