"Er war nur etwa 15 Meter entfernt und starrte mich mit seinen türkisgrünen Augen an."

Besondere Begegnung: Fotograf trifft auf Luchs am Hohen Meißner

+
Versteckt hinter verschneiten Zweigen: Gerhard Schuster hat am Hohen Meißner einen Luchs gesehen.

Werra-Meißner. Eine ganz besondere Begegnung hatte jetzt der Naturfotograf Gerhard Schuster (49) am verschneiten Hohen Meißner: Er traf auf einen Luchs.

Am vergangenen Mittwoch war der Diplom-Geologe im Wald am Hohen Meißner unterwegs, um Pilze zu fotografieren. "Direkt beim Frau-Holle-Teich habe ich eine zuverlässige Stelle mit Orangeseitlingen, Phyllotopsis nidulans, die ich im frisch gefallenen Schnee fotografieren wollte", berichtet er uns.

Weitere Infos zu Gerhard Schuster gibt es auf seiner Internetseite.

Als er gerade mit dem Fotografieren fertig war, bemerkte er den Luchs ganz in seiner Nähe: "Er war nur etwa 15 Meter entfernt und starrte mich mit seinen türkisgrünenAugen an." Im ersten Moment habe er gehörigen Respekt vor dieser Raubkatze und einen Adrenalinschauer gehabt - aber das ging kurz danach in ein großes Glücksgefühl über. Er zögerte nicht lange und hielt diese besondere Begegnung mit seiner Kamera fest. "Nachdem ich mich zurückgezogen hatte, überquerte der Luchs die Straße und zog am Westufer des Teichs nach Süden in Richtung Kalbe ab." Schuster glaubt, dass der Luchs ein Kuder, also ein Kater war, weil das Tier recht groß war.

"Mit der Begegnung ist ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen", erzählt er unserer Zeitung. Einem Luchs in freier Wildbahn zu begegnen und ihm ganz nah zu sein, sei einmalig und unvergesslich.

Luchs im Schnee am Hohen Meißner

Fotograf Gerhard Schuster.

Schuster, der in Bad Sooden-Allendorf lebt, meldete die Sichtung gleich dem Luchsbeauftragten vom Forstamt Hessisch Lichtenau. Außerdem veröffentlichte er die Fotos von seiner Luchs-Begegnung im sozialen Netzwerk Facebook - die Resonanz auf die Bilder ist groß: Sie wurden hundertfach mit "Gefällt mir" markiert und dutzende Male geteilt. "Unglaubliche Aufnahmen", "wunderschön", "oberhammer", schreiben Nutzer. Gerade die Kombination von Luchs und verschneiter Landschaft sei besonders. Ein anderer Nutzer meint: "Tolle Tiere, wir schön dass sie hier ihre Heimat gefunden haben!"

Dass die Resonanz auf die Luchs-Bilder so groß ist, hätte Schuster nicht für möglich gehalten. "Das ist unglaublich. Dass das Interesse so groß ist, hätte ich nicht gedacht."

Hier liegt der Frau-Holle-Teich am Hohen Meißner

Lesen Sie auch:

- Luchse bauen in Kaufunger Wald und Söhre eigene Population auf

- Tiere zählen leicht gemacht: Wenn der Luchs zum Fotomodel wird

- Jogger trifft auf Luchs im Wald bei Großalmerode

Fotostrecke aus dem Archiv:

Luchs-Sichtung in Söhrewald

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.