Besonderheit in Allendorf: Lauschen in der Taufkapelle

Badestädter beim Initiator: Die Planungsgruppe Hörspielkirche aus Bad Sooden-Allendorf – (von rechts) Jörg Tiedemann, Sigi Gundlach, Pfarrer Hubertus Spill und Erika Heinitz – besuchte Jens Franke (links) und die erste Hörspielkirche Deutschlands, die vor zehn Jahren in der alten Dorfkirche von Federow eingerichtet wurde. Foto: privat

Bad Sooden-Allendorf. In einer Kirche Geschichten zu lauschen, ist nichts Ungewöhnliches. Doch in der Badestadt hat es damit bald eine besondere Bewandtnis. Von August bis Mitte September ist in der Taufkapelle der St.-Crucis-Kirche in Allendorf Hörspielsaison. Gäste des Ortes und Einheimische können dort Klassikern der Dichtkunst wie Johann August Apels „Der Freischütz“ und Collodis „Pinocchio“ lauschen.

Eine Planungsgruppe von Ehrenamtlichen, der Kirchenvorstand und etliche Sponsoren haben ein Projekt möglich gemacht, das in ganz Deutschland erst das dritte seiner Art ist. Es könnte sich, so wird zumindest von den Verantwortlichen auch erhofft, zu einem weiteren Publikumsmagneten für viele Besucher in der Badestadt entwickeln.

DER ORT

Die Taufkapelle mit 40 Sitzplätzen als idealer Hörort ist bereits eingerichtet, dank der Sparkassenstiftung konnte mit einer Spende von 4500 Euro eine laut Pfarrer Hubertus Spill „richtig gute Technik“ speziell für Kirchenräume als sinnvolle Grundlage der besonderen Einrichtung angeschafft werden. Die Lautsprecher sind bereits installiert und alles ist eingestellt.

DAS PROGRAMM

Das Programm steht schon, das Faltblatt dazu wird in großer Auflage seit Beginn der Woche verteilt. Ob Märchen, Krimi, Weltliteratur - für jede Vorliebe und jedes Alter findet sich ein passendes Angebot. Auf dem Plan stehen Hörspielinterpretationen von Theodor Storm bis Edgar Allan Poe. In Kooperation mit zahlreichen Buch-, Musik-, Audio- und Theaterverlagen hat Hörspielkirchen-Initiator Jens Franke eine abwechslungsreiche Auswahl zusammengestellt. Die Hörspielkirche ist vom 5. August bis 13. September sechs Wochen lang täglich außer Montag und Dienstag ab 11 Uhr geöffnet. An den Nachmittagen läuft ein Kinderprogramm, abends gibt es Hörspiele für Erwachsene, auch Kriminalstücke.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen der Hörspielkirche ist frei, allerdings wird um Spenden gebeten, um das Projekt fortsetzen und weiter entwickeln zu können.

DIE IDEE

Die Idee einer Hörspielkirche stammt von dem Architekten Jens Franke, der die erste Hörspielkirche Deutschlands in Federow (Mecklenburg-Vorpommern) vor zehn Jahren installierte. Sie beruht auf einem ganz naheliegenden Gedanken: Auf Kirchenbänken wurde immer schon in Gemeinschaft Geschichten gelauscht. So liegt es nahe, den Kirchenraum dem Hörspiel zu öffnen und diese neue Form des Erzählens an den traditionellen Mittelpunkt des Gemeindelebens zu bringen.

Von Stefan Forbert

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