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Höhere Preise wirken sich auch auf Schwimmbäder aus

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Von: Julia Henniges

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eges Treiben im Wasser und am Beckenrand im Schwimmbad Sontra.
Reges Treiben im Wasser und am Beckenrand im Schwimmbad Sontra. Doch auch die Bäder müssen auf steigende Energiepreise reagieren. © Archivfoto: Stefanie Salzmann

Die Folgen des Krieges in der Ukraine wirken sich auf fast alle Bereiche des Lebens aus - so auch auf die Schwimmbäder. Auch diese müssen jetzt über höhere Preise und Energie sparen nachdenken.

Werra-Meißner – Der Krieg in der Ukraine könnte sich auch auf die Schwimmbäder in der Region auswirken. Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) geht davon aus, dass die Energieressourcen für Deutschland knapp werden und hat daher einen Leitfaden für Schwimmbäder entwickelt – es geht darum, wie sich die Bäder auf einen Betrieb mit wenig Energie vorbereiten können. Ein Vorschlag der Gesellschaft: die Absenkung der Beckenwassertemperaturen.

Bäder wolle energetische Optimierunsgmöglichkeiten ausnutzen

„Die Energieversorgung ist derzeit gesichert. Allerdings leiden auch die öffentlichen Bäder unter der allgemeinen Steigerung der Energiepreise, weswegen sie alle Maßnahmen einer energetischen Optimierung nutzen sollten“, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt in Bezug auf das Freibad in Sontra. Bereits vor der Preisentwicklung sei es für alle Bäder eine Herausforderung gewesen, die Energieverbräuche zu reduzieren und die ökologische Bilanz zu verbessern. In Sontra wurde daher unter anderem die Absorberanlage saniert – bei reilich Sonne kann das Wasser ohne das Zuheizen erwärmt werden. Außerdem werden die Stromkosten auch ohne die Senkung der Wassertemperatur reduziert. „Indem wir gerade die stromintensiven Attraktionen – etwa Rutsche und Strömungskanal – nur bei guter Besucherauslastung aktivieren.“ In Sontra beginnt die Badesaison am 21. Mai. Ein kostenloses Anschwimmen findet einen Tag vorher statt.

Im Freibad in Bad Sooden-Allendorf wird lediglich für das Duschwasser Gas benötigt. Das teilt Betriebsleiter Hans-Jörg Müller mit. Daher wird in diesem Jahr auch die Temperatur des Duschwassers gesenkt. „Zur Aufwärmung des Badewassers nutzen wir bereits seit 26 Jahren eine Solarthermieanlage“, sagt Müller. Beginn der Saison ist am 14. Mai.

Auch im Freibad Witzenhausen beschäftigen sich die Verantwortlichen mit den höheren Preisen für Energie. „Wir überlegen derzeit, wie wir Energie einsparen könnten“, berichtet Markus Mengel von den Stadtwerken Witzenhausen. Aktuell wird das Wasser über ein mobiles Blockheizkraftwerk aufbereitet. In Witzenhausen startet die Saison Ende Mai. Im Schwimmbad in Eschwege wird die Wassertemperatur über Blockheizkraftwerke geregelt. Daher sei bislang keine Senkung der Wassertemperatur geplant, sagt Violetta Schüttemeyer von den Stadtwerken Eschwege. Im Schwimmbad würden laufend optimierende und energiesparende Maßnahmen durchgeführt werden.  

Deutsche Gesellschaft für das Badewesen spielt zwei Szenarien durch

Der Leitfaden der DGfdB basiert auf zwei Szenarien, die mit unterschiedlichen Maßnahmen verbunden sind. Das erste Szenario lautet: „Die Energielieferungen an Schwimmbäder werden deutlich reduziert, ein Betrieb ist nur unter ganz spezifischen, sehr energiesparenden Bedingungen möglich.“ Das zweite Szenario geht davon aus, dass Bäder nicht zur kritischen Infrakstruktur gehören und kurzfristig sogar vom „Netz gehen müssen“. (Julia Stüber)

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