Polizei warnt

Betrüger rufen an und geben sich als Polizisten, Enkel oder Bankmitarbeiter aus

Im Werra-Meißner-Kreis gab es am Dienstag eine Reihe von betrügerischen Anrufen.
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Im Werra-Meißner-Kreis gab es am Dienstag eine Reihe von betrügerischen Anrufen.

Im Laufe des Dienstages sind der Polizei mehrere Anrufe von Betrügern gemeldet worden, die sich als Enkel, Polizisten oder Bankmitarbeiter ausgegeben haben.

Werra-Meißner – In der Mittagszeit wurde eine 76-Jährige aus Witzenhausen von einem angeblichen Bankmitarbeiter angerufen. Wie die Polizei mitteilt, habe der Mann erklärt, dass die EZB bei ihm angerufen habe, da von dem Konto der 76-Jährigen fälschlicherweise Geld überwiesen wurde. Jetzt bräuchte der Bankmitarbeiter ihren Pin. Die Frau ließ sich nicht darauf ein und gab keine Kontodaten oder persönliche Daten heraus.

Am Nachmittag versuchte dann ein Anrufer in Eschwege, 4000 Euro zu erbeuten. Er behauptete, dass ein Verwandter bei einem Notar sei und dringend Geld benötigte. Der Betrugsversuch misslang, teilt die Polizei mit.

In Witzenhausen wurde dann um 16.30 Uhr eine 93-Jährige von einer Frau angerufen, die sich als ihre Enkelin ausgab, teilt die Polizei mit. Im Laufe des Gespräches erklärte die Frau, dass sie einen Unfall gehabt hätte und nun ein Fahrrad im Wert von 12 000 Euro ersetzen müsste. Die 93-Jährige sagte der Anruferin, dass sie nicht so viel Geld habe und legte auf.

Um 19.34 Uhr wurde eine 69-Jährige aus Waldkappel von einer Frau angerufen. Wie die Polizei berichtet, habe diese behauptet, dass zwei Rumänen festgenommen worden sind. Die Waldkapplerin wurde gefragt, ob sie öfter Handwerker oder die Diakonie im Haus habe, was die Angerufene verneinte. Schließlich wurde die 69-Jährige nach Geld, Wertgegenständen und einem Schließfach gefragt. Als sie erklärte, dass dieses nicht habe, wurde das Gespräch beendet.

Danach wurde um 19.43 Uhr eine 73-Jährige aus Großalmerode angerufen. Die Anruferin gab sich hier als Kriminalbeamtin aus. Sie berichtete von Einbrüchen in der Nachbarschaft. Da die 73-Jährige der Anruferin nicht glaubte, war auch dieses Telefonat schnell beendet. (elu)

Diese Tipps gibt die Polizei

Präventionstipps Enkeltrick /falsche Polizeibeamte/ falsche Bankmitarbeiter:

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörige oder anderen Ihnen nahestehende Personen.

Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter 110.

Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

Falsche Polizeibeamte:

Bei einem Anruf der Polizei erscheint nie die Rufnummer 110 in Ihrem Telefondisplay.

Gibt sich der Anrufer als Polizeibeamtin oder Polizeibeamter aus, lassen Sie sich den Namen nennen und wählen Sie selbst die örtliche Polizei unter deren Festnetznummer (zum Beispiel in Eschwege unter 05651/9250) an. Schildern Sie der Polizei den Sachverhalt.

Übergeben Sie unbekannten Personen niemals Geld oder Wertsachen, auch nicht Boten oder angeblichen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern der Polizei, Staatsanwaltschaften, Gerichten oder Geldinstituten.

falsche Bankmitarbeiter:

Bankmitarbeiter werden niemals persönliche- oder Kontodaten am Telefon erfragen und erst recht nicht nach der persönlichen Geheimzahl (PIN) oder nach der Transaktionsnummer (TAN) verlangen.

Ebenso wird niemals die Herausgabe von Bargeld oder Wertgegenständen verlangt.

Behauptungen wie: "Jemand hat Zugriff auf Ihr Konto oder das Geld sei bei der Bank nicht mehr sicher, es muss zuhause aufbewahrt oder in ein Schließfach gelegt werden oder Überweisungen müssen gesperrt werden", stimmen nicht!

Lassen Sie sich nicht zeitlich unter Druck setzen (...sonst ist das Geld verloren..., o.ä.)

Vergewissern Sie sich im Zweifel bei Ihrer Bank, ob ein Anruf tatsächlich von dort kommt. Wählen Sie bei einem Rückruf nur die Ihnen bekannte Telefonnummer der Bank (keine Wahlwiederholung).

Sprechen Sie mit Familienangehörigen oder anderen Vertrauenspersonen über solche ungewöhnlichen Situationen und holen Sie sich Rat.

Geben Sie auf keinen Fall private Daten z.B. Bankkontodaten, Kreditkartendaten, TAN-Nummern oder Zugangsdaten zu Kundenkonten (z.B. PayPal) heraus.

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei und melden Sie solche Vorfälle bei Ihrer Bank.

Weitere Tipps gibt es online unter polizei-beratung.de

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