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Angeklagt wegen des bandenmäßigen Handelns mit Amphetaminen: Bewährung für drei Drogenhändler

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Von: Stefanie Salzmann

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Justitia
Eine Statue der Justitia steht unter freiem Himmel. © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Eschwege – Zu Freiheitsstrafen von jeweils einem Jahr – ausgesetzt zu dreijährigen Bewährungen – hat das Amtsgericht Eschwege am Dienstagmittag zwei Männer im Alter von 30 und 35 Jahren sowie eine 32-jährige Frau aus dem Werra-Meißner-Kreis verurteilt. Angeklagt war das Trio wegen des bandenmäßigen Handelns mit Amphetaminen.

Laut der Anklage von Staatsanwalt Dr. Löwer sollen sich die zwei jungen Männer und die Frau aus dem Landkreis 2018 zusammengeschlossen haben, um mit den Betäubungsmitteln „gewinnbringenden Handel“ zu betreiben. Dazu hatten sie zwischen Juli 2108 und April 2019 im Darknet (einem illegalen Bereich des Internets) Drogen gekauft und diese mittels der Kryptowährung Bitcoin bezahlt. Bei der georderten Ware handelte es sich um 100, 80 und 60 Gramm Amphetamine. Einen Teil der Drogen konsumierten die beiden miteinander befreundeten Männer selbst, der Rest war für den Verkauf bestimmt. Angeklagt waren sie gemeinschaftlich allerdings nur in vier Fällen.

Chatprotokolle aus Mobiltelefonen

Dass alle drei Angeklagten jeweils eigene Kundenstämme besaßen, bewiesen vor Gericht Chatprotokolle aus ihren Mobiltelefonen. Allerdings war ein Teil der im Darknet bestellten Drogen unterwegs bereits vom Zoll abgefangen worden.

Dennoch konnte das Gericht dem Trio nicht nachweisen, dass es als gewerbsmäßige Bande gehandelt hat. „Es gab keine gemeinsame Kasse und keine nachweisbaren Verabredungen“, sagte die Vorsitzende Richterin Schmidt. Der Frau, die die jüngere Schwester des 35-Jährigen ist, konnte das Gericht in der Hauptverhandlung allerdings nachweisen, dass sie als mehr als „nur als Gehilfin“ tätig war und zum Beispiel die zum Verkauf bestimmte Waren portionierte und verkaufte.

In ihrer Urteilsbegründung sagte die Richterin, dass den Angeklagten mildernd zugutekommt, dass sie alle ein umfassendes Geständnis abgelegt haben, nicht vorbestraft sind und eine günstige Sozialprognose haben. „Wir erwarten, dass sie keine weiteren Straftaten begehen“, sagte die Richterin.

120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten

Allerdings müssen sich beiden Männer bei einer anerkannten Suchtberatungsstelle vorstellig werden und dort mindestens fünf Beratungstermine wahrnehmen und diese dem Gericht nachweisen. Zusätzlich müssen alle drei Angeklagten 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten sowie die Kosten des Verfahrens tragen.

Von Stefanie Salzmann

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