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Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung

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Von: Emily Spanel

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Vor dem Amtsgericht in Eschwege ist am Donnerstag ein 52-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis verurteilt worden. Er hatte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Archi
Vor dem Amtsgericht in Eschwege ist am Donnerstag ein 52-Jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis verurteilt worden. Er hatte sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. (Archivbild) © Harald Sagawe

Ein 52-jähriger aus dem Werra-Meißner-Kreis flüchtete mit überhöhter Geschwindigkeit vor der Polizei. Das Amtsgericht Eschwege verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung und 500 Euro Geldbuße.

Werra-Meißner – Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten ist ein 52-jähriger Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis am Donnerstag vor dem Amtsgericht Eschwege verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Nach dem Abschluss der Beweisaufnahme sah die vorsitzende Strafrichterin Hennemuth die beiden zur Anklage gebrachten Straftatbestände des verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie des vorsätzlichen Fahrens ohne Führerschein als erfüllt an.

Weiterhin muss der Mann einen Betrag in Höhe von 500 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen; sein eingezogener Führerschein kann ihm frühestens nach Ablauf einer Sperrfrist von sechs Monaten wieder ausgehändigt werden.

Straßenblockade ignoriert und über Gehwege gefahren

Am gestrigen Donnerstag, dem zweiten Tag der Beweisaufnahme, wurde durch zwei Zeugen herausgearbeitet, wie der 52-Jährige im Februar des vergangenen Jahres, offenbar auf der Flucht vor der Polizei, über eine Strecke von rund 40 Kilometern „mit sehr hoher Geschwindigkeit“ durch mehrere Ortschaften im Werra-Meißner-Kreis raste, dabei eilig errichtete Straßenblockaden der Polizei ignorierte und Gehwege überfuhr (wir berichteten) – und dass trotz kurviger und enger Straßen, Dunkelheit und Glätte. „Durch das rücksichtslose Verhalten des Angeklagten ging ein erhebliches Gefährdungspotenzial für andere Verkehrsteilnehmer aus“, führte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer aus. Das auf der sehr langen zurückgelegten Strecke niemand zu Schaden gekommen sei, sei letztlich nur dem Zufall zu verdanken.

Zeugen identifizieren Raser

Die Zeugen, beides Angehörige der Polizei Werra-Meißner, die an der Verfolgung des Mannes im Februar des vergangenen Jahres beteiligt waren, identifizierten den Angeklagten eindeutig als den Raser. Weiterhin wurde durch einen Zeugen das Einsatzprotokoll der Tatnacht beigebracht. Die dort niedergeschriebenen Funksprüche aus den Zivilfahrzeugen der Polizei samt Zeitangaben stützten den von ihnen geschilderten Ablauf.

Täter war bereits vorbestraft

Die am Donnerstag verhängte Strafe setzt sich wie folgt zusammen: Für das verbotene Fahrzeugrennen samt des Fahrens ohne Führerschein forderte die Staatsanwaltschaft 90 Tagessätze á 25 Euro. Mit einzubeziehen war nun zusätzlich eine Bewährungsstrafe gegen den 52-Jährigen, welche das Amtsgericht Eschwege im August 2021 verhangen hatte: Wegen bewaffnetem, unerlaubtem Handel mit Betäubungsmitteln war der Mann damals bereits zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. „Aus beiden Strafen ist nun die Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung zu bilden“, so die Staatsanwaltschaft.

Verteidiger Dr. Kevin Faber zeigte sich einverstanden. Sein Mandant habe wegen des Verlustes des Führerscheins seinen Job verloren; wolle sich der Medizinisch-Psychologischen Untersuchung zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis stellen und einer geregelten Arbeit nachgehen. Eine günstige Sozialprognose attestierte Richterin Hennemuth und folgte in ihrem Urteil Staatsanwaltschaft und Verteidigung.

(Emily Hartmann)

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