Welttag der Biene

Für Bienen geht’s aufwärts: Zahl der Imkereien und Völker im Werra-Meißner-Kreis steigt

Ein bienenartiges Tier sitzt mit gespreizten Flügeln auf einer Pflanze.
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Nach Jahren der Hiobsbotschaften geht es für die Honigbiene im Werra-Meißner-Kreis wieder aufwärts. Hier: die Garten-Wollbiene

Gute Nachrichten zum heutigen (20. Mai) Welttag der Biene: Nach Jahren der Hiobsbotschaften geht es für die Honigbiene im Werra-Meißner-Kreis wieder aufwärts.

Werra-Meißner – Sowohl die Zahl der Bienenvölker als auch die Zahl der Imkereien hat sich im Landkreis in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht. Das berichtet der Werra-Meißner-Kreis. Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann spricht im Bericht zur Lage der Landwirtschaft von einer „bemerkenswerten Trendwende“.

In den 2000er-Jahren sei die Zukunft der Imkerei wegen fehlendem Nachwuchs „ernsthaft infrage gestellt“ worden, heißt es. „Seitdem liegt die Bienenhaltung aber wieder voll im Trend – auch in den Städten“, sagt Wallmann. 2012 gab es 210 Imker, die etwas mehr als 2000 Bienenvölker betreuten. Im jüngsten Landwirtschaftsbericht ist die Zahl der Imker kontinuierlich auf 293 gewachsen. Rund 3500 Bienenvölker sind im Kreis stationiert.

Hohe Steigerung der Völker in Witzenhausen

Mehr als 3500 Bienenvölker gab es bei der letzten Zählung im Werra-Meißner-Kreis. Zum Vergleich: 2012 waren es nur gut 2000. Zur enormen Steigerung hat insbesondere der Bestand rund um Witzenhausen beigetragen. Hier stehen inzwischen mehr als 2000 Bienenvölker. Aber auch die Zahl der Imkereien hat sich von 2012 bis heute stetig erhöht: von 210 auf jetzt fast 300. ts

Die Begründung liefert Bernd Michael Neumann, Vorsitzender des Imkervereins in Bad Sooden-Allendorf: „Das Interesse an der Imkerei wächst, weil immer mehr Menschen angesichts des Insektensterbens etwas für die Bienen tun wollen.“

Bernd Michael Neumann

Sorgen bereitet den Imkern, dass im Landkreis immer weniger Raps angebaut wird, der immer früher blüht. Mit seiner Blüte im Frühjahr ist die Rapstracht für viele Imkereien in der Region die erste ergiebige Honigernte des Jahres. Allerdings: In den vergangenen Jahren ist die Anbaufläche erheblich zurückgegangen. Nach 4176 Hektar 2012 wurden 2019 nur noch 1664 Hektar angebaut – ein Rückgang von rund 40 Prozent. Die ungünstigen Aussaatbedingungen der vergangenen Jahre, stark schwankende Marktpreise sowie der Wegfall von Pflanzenschutzmitteln zählen laut Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) zu den Gründen. Ohne den Rapsanbau wäre die Imkerei in vielen Regionen nur schwer denkbar, da er zeitweise die einzige Nahrungsquelle darstellt. „Ein Wegfall würde in manchen Regionen die Betriebe vor Existenzprobleme stellen“, sagt Christian Dreher, Beratungskraft am Bieneninstitut des LLH. (Tobias Stück)

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