Bilanz nach einem Jahr

Seniorenkümmerer in Weißenborn haben noch Kapazitäten frei

Ob Internetrecherche oder Einkauf: Die Seniorenkümmerer Hanna Börner und Marvin Mäurer bieten in Weißenborn ihre Hilfe an.  
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Ob Internetrecherche oder Einkauf: Die Seniorenkümmerer Hanna Börner und Marvin Mäurer bieten in Weißenborn ihre Hilfe an. Archiv

Vor etwas mehr als einem Jahr haben sich die Seniorenkümmerer Hanna Börner und Marvin Mäurer aus Weißenborn vorgestellt. Ihre Bilanz: „Wir haben auf jeden Fall noch Kapazitäten frei“.

Weißenborn – Hanna Börner und Marvin Mäurer sind zur Stelle bei diversen Hürden des Alltags: Zum Beispiel bei Einkäufen, Botendiensten, Behördengängen, Telefonaten und Internetfragen. Die beiden ziehen nun eine Bilanz. Wie ist das Angebot in Weißenborn angekommen?

„Wir haben auf jeden Fall noch Kapazitäten frei“, sagt Marvin Mäurer. Der 24-Jährige kam durch seinen Vater, Thomas Mäurer, zum Ehrenamt des Seniorenkümmerers. Anfangs wurde das Angebot noch recht gut angenommen aber – aber mit Zurückhaltung und nicht so viel, wie erwartet. Ein bis zwei Mal die Woche habe er zum Beispiel bei Einkäufen geholfen, Senioren in die Stadt gefahren oder auch einen Internetanschluss eingerichtet und seine Nutzung erklärt, berichtet Marvin Mäurer. Und damit ist er der ideale Ansprechpartner, denn er macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker. „Ich mache das gern. Es ist wichtig, dass die Menschen jemanden haben, an den sie sich wenden können“, sagt er.

Doch nicht nur Hilfe direkt vor Ort bieten die Seniorenkümmerer an. Hanna Börner sagt, sie habe sich zuletzt vor allem um Recherchen gekümmert, suchte Adressen raus, führte Telefonate mit Behörden oder kümmerte sich um Bestellungen im Internet. Auch beim Ausfüllen von Dokumenten können die beiden helfen, sagt die angehende Fachangestellte für Medien und Informationsdienste. Die 20-Jährige wohnt mittlerweile zwar in Halle, steht aber jederzeit telfonisch und am Wochenende persönlich zur Verfügung. „Ich fühle mich meinem Dorf sehr verbunden und möchte für die Leute da sein.“

Während das Angebot der beiden Seniorenkümmerer anfangs immerhin noch mit Zurückhaltung angenommen wurde, wurde ihre Hilfe in den vergangenen Monaten gar nicht mehr beansprucht. „Ich hätte eigentlich gedacht, dass die Hilfe jetzt noch mehr gebraucht wird“, sagt Bürgermeister Thomas Mäurer, der das Projekt, das Jung und Alt zusammen bringen soll, ins Leben gerufen hat. Er betont: Auch kontaktlos ist Hilfe möglich. Einkäufe könnten etwa vor der Tür abgestellt werden, vieles lasse sich telefonisch klären. „Ganz vielfältige Aufgaben können übernommen werden“, sagt er. Jegliche Daten werden jederzeit geschützt. „Nichts wird preisgegeben.“

Doch ausschließlich an der Corona-Pandemie scheint die geringe Resonanz nicht zu liegen, sagen alle Beteiligten. „Ich glaube, manche trauen sich nicht – nicht nur wegen Corona“, sagt Hanna Börner. Es gilt also, diese Scheu des Hilfeannehmens aufzubrechen, findet Thomas Mäurer. Sein Apell: „Keine falsche Bescheidenheit.“ Denn Hilfe werde gerne und vor allem viel in der Gemeinde angeboten. Sie müsse nur angenommen werden. (Jessica Sippel)

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