Bilder der bewegten Jugend: Ausstellung auf Burg Ludwigstein

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300 Bilder von Wandervögeln und Pfadfindern: Im Rahmen der Archivtagung „Zur visuellen Geschichte bewegter Jugend im 20. Jahrhundert“ wurde am Freitagabend die Ausstellung der Bilder von Fotograf Julius Groß auf der Burg Ludwigstein eröffnet. Unser Foto zeigt die zwei Organisatoren Marco Rasch und Maria Daldrup.

Burg Ludwigstein. Er gilt als Fotograf der Jugendbewegung: Julius Groß, dessen Dokumentation über 44.000 Bilder umfasst und somit eine der umfangreichsten ist.

Im Rahmen der Archivtagung „Zur visuellen Geschichte bewegter Jugend im 20. Jahrhundert" wurde am Freitagabend ihm zu Ehren eine Ausstellung eröffnet.

Wie die Ausstellung zeigt, war er aber auch darüber hinaus ein kreativer und professioneller Fotograf. Maria Daldrup und Marco Rasch haben die Fotos, die sich im Archiv der deutschen Jugendbewegung auf der Burg Ludwigstein befinden, gesichtet und die umfassende Ausstellung zusammengestellt.

Groß begleitete bis 1933 mit seiner Kamera die Jugendbewegung und dieser nahestehende Gruppierungen, so war er unter anderem bei Fahrten und Veranstaltungen der Wandervögel und Pfadfinder, des Kronacher Bundes, der Jugendmusikbewegung und des Jugendbundes dabei und dokumentierte sie. 300 Fotos sind jetzt ein Jahr lang noch im Archiv der deutschen Jugendbewegung zu sehen. Nach Themengebieten wie Sport, Musik, Unterhaltung und Freizeitaktivitäten sortiert und chronologisch geordnet.

Es gibt darüber hinaus eine Bilderwand mit über 100 Fotos von Julius Groß aus anderen Bereichen, darunter Politik, Natur und Kultur. Darüber hinaus sind Dokumente und ein Lichtprojektor von Julius Groß zu sehen. Die Ausstellung entstand aus einem Projekt heraus, dessen Ziel es war, alle Fotos von Julius Groß für die Forschung zu erschließen und zu digitalisieren. Alle Bilder sind auch im Internet zu finden, nach Themen sortiert, aber auch über die Suchfunktion unter https://arcinsys.hessen.de.

Soweit bekannt, sind sie mit Stichworten wie Namen oder Orten versehen. Die Ausstellung zeigt nicht nur eine umfassende Dokumentation der deutschen Jugendbewegung, sondern auch den fotografischen Wandel von Julius Groß.

Zur Person:

Hessisch Lichtenau. Julius Groß wurde am 14. April 1892 in Berlin geboren und ist 1986 gestorben. Seine Schulausbildung bis hin zum Abitur absolvierte Groß in Berlin. 1905 trat er dem Alt-Wandervogel bei und wechselte 1914 in den Wandervogel.

Groß begann ein Studium der Naturwissenschaften, Chemie und Geografie in Berlin, brach dieses aber ab, weil er aufgrund des Kriegsausbruches dienstverpflichtet wurde. Wegen eines Herzleidens wurde er als „nicht kriegsverwendungsfähig“ eingestuft und der Lichtbild-Abteilung des Geografischen Institutes der Technischen Hochschule Berlin zugeteilt.

Als Erstes begleitete er mit einer eigenen Kamera die Fahrten seiner Ortsgruppe des Wandervogels und gehörte 1916 zu den Begründern des Bilderamtes für die Berliner und Brandenburger Gruppierungen.

1919 beendete Groß eine Ausbildung als Fotograf und arbeitete selbstständig. Es schloss sich ein Meister-Lehrgang an. Groß arbeitete von da an als Fotograf und blieb weiterhin fotografisch mit der Jugendbewegung verbunden. Er dokumentierte zahlreiche Fahrten und Veranstaltungen verschiedener jugendbewegter und lebensreformerischer Gruppen. Gleichzeitig nahm er Auftragsarbeiten an, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und arbeitete bis Mitte der 1980er-Jahre für politische Parteien, Vereine, Firmen und Privatpersonen als Fotograf. Sein Werbeslogan lautete: „Wenn wo was los… ruft Foto Groß!“ (zwh)

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