Bildband

Ehemaliger Reichensächser Pfarrer Norbert Krause bringt Bildband über den Ort heraus

Die Stellmacherwerkstatt im Burggraben zeigt dieses
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Die Stellmacherwerkstatt im Burggraben zeigt dieses Foto. Das Tor der ehemaligen Werkstatt ist bis heute vorhanden und befindet sich auf dem Grundstück im Burggraben 2 nahe der Landstraße.

Bilder erzählen aus vergangenen Zeiten: Ab dem heutigen Montag ist der erste Band von „Reichensachsen in alten Bildern – ein Familienalbum“ erhältlich.

Reichensachsen – Die Herrengasse in vergangenen Zeiten, Hausschlachtung, Handwerk von früher, der Kirchenvorstand um 1900, Einwohner Reichensachsens in Oldtimern und das Wichtelfest: Bilder, die hiervon und von vielem mehr berichten, das das Leben in Reichensachsen früher prägte, und die zum Teil um die 130 Jahre alt sind, hat Norbert Krause zu einem Buch zusammengestellt.

Ab dem heutigen Montag wird der erste Band von „Reichensachsen in alten Bildern – ein Familienalbum“ erhältlich sein.

Dass die hierin enthaltenen 177 lediglich ein Teil der zahlreichen Fotos sind, die Krause seit Beginn seiner Zeit in Reichensachsen gesammelt hat, weiß der 72-Jährige. „Bilder haben mich schon immer fasziniert“, erinnert er sich daran, wie diese Leidenschaft für ihn im Alter von elf oder zwölf Jahren mit seinem ersten Fotoapparat begann. Nach einer Rom-Reise führte ihn eine weitere 1969 nach Moskau, woraufhin er mit den dort aufgenommenen Bildern von diesen Erlebnissen berichtete. Bereits vor seiner langjährigen Zeit als Pfarrer Reichensachsens sammelte er Bilder: „Besonderer Ansporn und Reiz zu diesem Buch entstand durch die über vier Jahrzehnte anhaltenden Gespräche mit Menschen, die in Reichensachsen wohnten oder noch wohnen.“

Am 1. Mai 1910 wurde dieses Foto am Steinweg 93 aufgenommen. (vorne, von links) Marta Otto, geb. Küllmer, mit ihrem Ehemann Jacob Otto und Helene Otto, geb. Küllmer, mit ihrem Ehemann Peter Otto. Hinter ihnen stehen (von links) die Söhne Karl und Christoph und Jacob und Georg.

Die Idee zum Buch kam Krause beim Sammeln und Ordnen der Fotos während der Pandemie. Durch seine Arbeit mit Familien hatte er erlebt, wie unbeschriftete und unsortierte Bilder nach dem Tod eines Menschen oft weggeworfen wurden, da die Angehörigen keinen Bezug mehr dazu hatten. „Sie sind nicht nur der Grund dieser Dokumentation, gleichzeitig ist es aber auch die Auseinandersetzung mit der zurückliegenden Zeit. Bilder werden so lebendig und beginnen aus der vergangenen Zeit zu erzählen.“

Während er zu Bildern, die er bereits gesammelt hatte, umfangreich recherchierte und hierbei viel Unterstützung von Menschen aus Reichensachsen bekam, fragte er auch Familien nach Fotos und ersteigerte einige Aufnahmen. Mit dem Nachbearbeiten, der Recherche und der Anordnung zum Buch kam er so auf zirka ein Jahr intensive Arbeit. Bewusst richtet er den Fokus auf Bilder, die spätestens bis zum Jahr 1960 aufgenommen wurden, da über diese schwieriger Informationen zusammengetragen werden können, er diese Arbeit auch mithilfe unterschiedlicher Chroniken, standesamtlicher Dokumente und digitaler Hinweise aus Kirchenbüchern leisten möchte.

Einige der abgebildeten Aufnahmen stammen von drei Foto-Ateliers, wurden unter anderem vom aus Reichensachsen stammenden Fotografen Carl Eberth gemacht, der auch Feste und ganze Straßenzüge festhielt. „Interessierte Generationen können mit diesem Buch zu Gesprächen zusammenkommen und anhand von Bildern Vergangenheit greifbar und lebendig werden lassen“, sagt Krause.

Von Eden Sophie Rimbach

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