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Schüler erklären Eschweger Senioren Smartphones

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Nachrichten zur Probe versenden die Teilnehmerinnen Hannelore und Karin an die Kursleiter. Üben konnte der Kurs das auch mit einer Hausaufgabe.
Nachrichten zur Probe versenden die Teilnehmerinnen Hannelore und Karin an die Kursleiter. Üben konnte der Kurs das auch mit einer Hausaufgabe. © Rimbach, Eden Sophie

Bei einem Workshop erklären Schüler Senioren den Umgang mit Smartphones und Whats-App.

Eschwege – „Das Handy versucht immer, das zu sortieren“, beantwortet Noah Sünder die Frage einer Teilnehmerin. Die Seniorin hatte beim Versenden eines Fotos festgestellt, das ihr das einmal aufgenommene Bild dreifach angezeigt wird. Der 17-Jährige sagt, man könne sich das wie mit Kisten vorstellen, und ahmt mit einer Bewegung nach, wie man Schubladen aus einem Schrank ziehen würde. Beim Versenden lege das Handy eine Kopie des Fotos in der Whats-App-Kiste ab. Die Folge: Es ist in dieser und der Foto-Kiste zu finden.

Als „sehr altersgerecht“ lobt Teilnehmerin Karin die Sprache beim Handykurs für Senioren in der Evangelischen Familienbildungsstätte/Mehrgenerationenhaus (FBS) in Eschwege. Die 83-Jährige ist eine von insgesamt 21 Teilnehmern in einem der drei Kurse. Neben diesem Anfängerkurs geben die Schüler Noah Sünder und Jan-Luca Többen (18) zwei für Fortgeschrittene. Die Schüler arbeiten in den Herbstferien als Honorarkräfte des Werra-Meißner-Labs. Für die Handykurse kooperieren Lab und FBS miteinander.

Dass junge Menschen dazu in der Lage und bereit sind, das für sie alltägliche Wissen in einer ganz anderen Sprache und Geschwindigkeit weiterzugeben, lobt Gudrun Lang. Die Leiterin der FBS erklärt, dass man den Seniorenbereich habe anders aufstellen wollen. Eines der wichtigen Themen sei dabei die digitale Teilhabe.

Nachrichten zur Probe versenden die Teilnehmerinnen Hannelore und Karin an die Kursleiter. Üben konnte der Kurs das auch mit einer Hausaufgabe.
Nachrichten zur Probe versenden die Teilnehmerinnen Hannelore und Karin an die Kursleiter. Üben konnte der Kurs das auch mit einer Hausaufgabe. © Rimbach, Eden Sophie

Mit zwei Anfänger- und einem Fortgeschrittenenkurs haben Sünder und Többen bereits knapp 30 Teilnehmer an das Smartphone und die Kommunikation damit herangeführt, waren dafür zweimal an der FBS und einmal in Sontra. Ein mit den wichtigsten Geräten bestückter Koffer ermöglicht Kurse im gesamten Kreis. „Die Zahl der Anfragen ist wirklich enorm“, erinnert sich Sünder an die vorherige Info-Veranstaltung. Vereine und mehrere Orte hätten zudem bezüglich der Kurse angefragt.

Es sei am Montag ein Spagat gewesen, alle Anfänger auf einen Stand zu bringen. Die Bandbreite habe von neuen Handys und Teilnehmern ohne E-Mail-Adresse bis hin zu eingerichteten Smartphones ganz verschiedener Typen gereicht. „Da muss man sich einfach anpassen und auch gucken“, weiß Többen.

Wichtig sei das auch bei der Sprache im Kurs. Anstelle von Fachbegriffen nutzen die Schüler bildliche Vergleiche zu Alltagsgegenständen. Das E-Mail-Postfach wird zum Briefkasten mit mehreren Unterfächern und der Chat bei Whats-App zum Vier-Augen-Gespräch. Entwickelt habe sich das im Verlauf des Kurses. Das lobt Daniel Carl, Projektmanager beim Lab. Die im Kurs genutzten Begriffe stehen auch in der Anleitung, die beide am Ende für den Kurs erstellen. Unterstützt werden sie während der Kurse von drei FSSJlerinnen. Sie stehen für Rückfragen zur Verfügung. Von Eden Sophie Rimbach

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