Den Vater als Feuerwehr-Vereinschef beerbt

„Bin in große Fußstapfen getreten“ - Matthias Hehling ist Feuerwehrmann aus Passion

Brandschützer von der Pike auf: Matthias Hehling hat sich mit elf Jahren der Jugendwehr Grebendorf angeschlossen, ist seit 2012 Vorsitzender des Feuerwehrvereins.
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Brandschützer von der Pike auf: Matthias Hehling hat sich mit elf Jahren der Jugendwehr Grebendorf angeschlossen, ist seit 2012 Vorsitzender des Feuerwehrvereins.

Nach stolzen 38 Jahren an der Spitze des Feuerwehrvereins in Grebendorf hat Karl-Heinz Hehling das Amt des Vorsitzenden seinem Sohn übergeben. Ein Porträt.

Grebendorf - „Das Erbe quasi auf der familiären Ebene anzutreten, war mir ganz wichtig, denn ich wollte über alle Maßen die gute Arbeit meines Papas fortführen. Er hat so viel für den Verein aufgebaut und bei mir die Lust auf Feuerwehr geweckt“, geht Matthias Hehling auf die Beweggründe seiner Kandidatur für die Nachfolge ein.

Gern erinnert sich der heute 49-Jährige an seinen Einstieg 1982, den er dem damaligen Jugendwart Willi Jakal zu verdanken hat. „Ich war noch keine zwölf Jahre alt, wie das seinerzeit verlangt wurde, aber Willi hat das irgendwie hinbekommen“, schmunzelt Hehling und kann mit Fug und Recht behaupten, dass er die Aufgaben des Feuerwehrmannes von der Pike auf gelernt hat.

Freunde fürs Leben

„Die Jahre bei der Jugendwehr möchte ich nicht missen, neben dem erfolgreichen Absolvieren der Leistungsspanne sind Freundschaften entstanden, die wir heute noch pflegen“, ist es ihm ein Bedürfnis, stellvertretend Thomas und Christian Menthe sowie Martin Schwarzer zu nennen, „die auch zu unserem Theaterensemble gehörten. Wir haben von Ende der 1980er-Jahre bis 1995 regelmäßig lustige Stücke aufgeführt“, schwärmt Hehling.

„Meine Mama Liesel hat mich schon als Kind mit dem Papa zur Feuerwehr geschickt“, erinnert er sich. Aufgrund von sechs Lehrgängen habe er es trotzdem zum Truppführer gebracht. „So ist es bei drei Streifen auf der Jacke geblieben“, hält der Schelm Matthias Hehling dafür seine persönliche Übersetzung bereit: „Die drei Streifen bedeuten, dass ich lesen, schreiben und rechnen kann.“

Häuptling geworden

Auf Vereinsebene ist der waschechte Grebendorfer dann doch Häuptling geworden, als er 2012 das Amt des ersten Vorsitzenden übernahm.

„Ich wusste, dass ich mit der Erbschaft von meinem Papa in große Fußstapfen trete. Aber mittlerweile stehe ich bereits in der zweiten Periode. Falls ich übernächstes Jahr noch einmal gewählt werde, sollte diese dritte Amtszeit meine letzte sein“, denkt Matthias Hehling, der von einem absolut intakten Vorstand spricht, weil sich Jung und Alt inhaltlich und kameradschaftlich tadellos ergänzen, dass sein aktueller Stellvertreter Kevin Wickenträger dann in die Bresche springt. Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit kann er prompt liefern: „Ja, wir waren sehr stolz, als wir die WR-Aktion ,Verein(t) stark’ gewonnen haben.“

Säule beim ETSV

Matthias Hehling war auch eine markante Säule im Kreis der ETSV-Handballer. Als Betreuer und damit quasi als „Mädchen für alles“ stand er von 1997 bis 2002 fünf Jahre, davon drei in der Regionalliga und zwei in der 2. Bundesliga an der Seite der Trainer Rolf Schröder, Edmund Nositschka und Helge Janeck.

„Ich muss an dieser Stelle auch das gute Miteinander mit den Managern Hans Hoch, Fred Hartje und Andreas Hölzel erwähnen, die allesamt ihr Bestes gegeben haben“, geht der 49-Jährige auch hier auf gute Freundschaften ein, die geblieben sind. „Gerd Wolf, der schon unter Trainer Uli Faber eine wichtige Rolle spielte, hatte großen Anteil daran, dass ich den Betreuerposten übernommen habe. Und so pflege ich nach vielen gemeinsamen Skireisen, denen sich später Sandro Richardt, Henrik Stelzner und Martin Schwarzer angeschlossen haben, noch immer enge Kontakte mit Gerd Wolf. „Bei den Heimfahrten im Bus nach Auswärtsspielen ließen Trainer Rolf Schröder, Physio Kurt Reier und ich regelmäßig die Skatkarten sprechen. Und auch dieses Ritual hat aktuell dreimal im Jahr Bestand, immer bei einem anderen Gastgeber mit etwas Gutem auf dem Teller.“

Hilfe für soziale Projekte

Breite Aufmerksamkeit erzielt auch der Grebendorfer Stammtisch „Bernstal“, der im Jahr 2000 gegründet wurde und bereits neunmal zur internationalen Hitparade eingeladen hat und vom Erlös soziale Projekte in Grebendorf unterstützte. „Leider hat uns Corona in diesem Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht, wir wollten die zehnte Auflage in einem großen Festzelt ausrichten“, bedauert Matthias Hehling, der seit 2003 Mitglied ist.

Corona stoppt Treffen

Und Corona hat ihn noch bei einer weiteren gut gemeinten Aktion gestoppt: „Ich wollte ein Jubiläumstreffen mit allen ETSV-Spielern, Trainern und Betreuern organisieren, die vor 20 Jahren den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft haben.“

Fan vom SV Adler

Schließlich kann der bekennende Fan vom SV Adler Weidenhausen, der zusammen mit der dortigen Fußball-Legende Ralf Kruse die Schulbank drückte und später von ihm fast zwangsläufig geleitet wurde, einen interessanten beruflichen Werdegang vorweisen: „Ich habe Natursteinschleifer gelernt, bin neun Jahre dieser Tätigkeit nachgegangen, legte mit der Umschulung 19 Jahre als Ergotherapeut nach und nun studiere ich im vierten Semester, um mich künftig als Sozialarbeiter einzubringen.“

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