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Birgit Schröder ist gewandert und berichtet davon humorvoll und tiefsinnig

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Stolz sei man als Pilgerer, wenn man am Ende seiner Reise viele Stempel zusammengesammelt habe. Ihre Karte hatte Birgit Schröder mitgebracht.
Stolz sei man als Pilgerer, wenn man am Ende seiner Reise viele Stempel zusammengesammelt habe. Ihre Karte hatte Birgit Schröder mitgebracht. © Eden Sophie Rimbach

Autorin Birgit Schröder berichtet den Ulfener Landfrauen von ihrer Wanderung auf dem Jakobsweg.

Ulfen – Birgit Schröders endgültiger Entschluss, den Jakobsweg zu gehen, folgte nach dem Tod eines Schulkameraden. Obwohl sie den Weg alleine gehen wollte, machte sie eindrucksvolle Begegnungen auf dem Pilgerpfad. Von ihren Erlebnissen auf dem Jakobsweg hat Birgit Schröder jetzt den Landfrauen Ulfens berichtet und Passagen aus ihrem Buch „Pilgern für Couch-Potatoes – auf dem Weg von Porto nach Santiago de Compostela“ vorgelesen.

Birgit Schröders Vortrag könne man „stundenlang zuhören“, wie Waltraud Buchenau lobte. Als eine von knapp 30 Gästen im Dorfgemeinschaftshaus Ulfen folgte sie den lebendigen Schilderungen gebannt. Denn mit klarer, ruhiger Stimme und auch fast sieben Jahre nach den Erlebnissen wacher Begeisterung lies Birgit Schröder diese lebendig werden.

2016 pilgerte sie auf dem Jakobsweg. Noch im selben Jahr erschien ihr Buch. Geplant sei das nicht gewesen, aber nach der Reise habe sie das Erlebte einfach niederschreiben müssen. Das Buch sei dann in 14 Tagen entstanden. 40 Prozent des Bucherlöses gehen an die Initiativen der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke mit dem Schwerpunkt Amyotrophe Lateralsklerose (ALS, Erkrankung des motorischen Nervensystems). Der erste Spendenzweck des Bucherlöses war zuvor ein Kinderheim in Indien gewesen.

Die Autorin nutzte das Bild eines imaginären Rucksacks, um den emotionalen Ballast zu verdeutlichen, den jeder Mensch trägt. Welche Tücken das tatsächliche Packen eines Rucksacks mit maximal zehn Kilogramm an Gewicht mit sich bringt, teilte sie ebenfalls. „Für mich war es besonders spannend, mit einem Rucksack auskommen zu müssen“, sagte sie mit Blick darauf, dass man beim Reisen mit Koffern oder gar dem Auto nicht darauf achten müsse, was man zusätzlich einpacke. „Ich hatte das tiefe Bedürfnis, allein zu laufen“, erklärte Birgit Schröder. Dennoch traf sie auf Begleiter, von denen sie auch im Buch erzählt. Mit einem Lächeln fügte sie hinzu: „Denn: Zusammen ist man weniger allein!“ Begegnungen mit einer Pilgerin, die ihre Reise bei Regen und der Herbergssituation abbrach, einem an Parkinson erkrankten Mann aus den Niederlanden und zwei Studentinnen aus Hamburg beschrieb die Autorin bei ihrem Vortrag ebenso wie eine humorvoll geschilderte Taxifahrt und den am Ende nur scheinbar endlosen Regen.

Begeistert lauschte auch Marlene Bodenstein der Autorin. Zum ersten Mal habe sie gehört, wie das Pilgern auf dem Jakobsweg abläuft. Es sei nicht ihr Ziel, von der Distanz oder einer Leistung zu berichten, sagt Schröder. Auch das Gehen auf Wegen der Region könne den imaginären Rucksack erleichtern. Das Publikum solle aus dem, was sie erlebt hat, Erkenntnis ziehen. Ein Gast versicherte: „Und das ist Ihnen gelungen.“ (Eden Sophie Rimbach)

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