Zuweisungen werden wieder mehr

Bis Ende des Jahres erwartet der Landkreis zirka 100 Geflüchtete - Platz wird knapp

Bis zum Ende dieses Jahres werden dem Werra-Meißner-Kreis zirka 100 weitere geflüchtete Menschen durch das Land Hessen zugewiesen. Das stellt den Kreis vor Herausforderungen.

Werra-Meißner – Denn die zur Verfügung stehenden Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften (GU) sind praktisch erschöpft. Eine Abfrage bei den Bürgermeistern im Kreis habe ergeben, dass in den Kommunen nur wenig geeigneter Wohnraum zur Verfügung stehe, so Landrat Stefan Reuß.

Zwar wurde die Gemeinschaftsunterkunft an der Eschweger Stresemannstraße und am Frauenmarkt in Witzenhausen um je zehn Plätze aufgestockt, im September in Meißner eine neue GU mit 21 Plätzen eröffnet – dennoch bleibt die Situation prekär. „Wir sind quasi voll“, sagt Martin Weisbecker, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die die Gemeinschaftsunterkünfte im Kreis betreibt. „Wir müssen nehmen, was der Kreis uns gibt.“ Aktuell stehen 444 Plätze im gesamten Landkreis zur Verfügung. Doch schon aufgrund von ethnischen Zugehörigkeiten, Geschlecht etc. können die Unterbringungsmöglichkeiten nicht zu 100 Prozent ausgeschöpft werden.

Landrat Stefan Reuß

Grund für die hohe Zahl an Zuweisungen an den Werra-Meißner-Kreis ist, „dass sich die Zugänge in den Erstaufnahmeeinrichtungen in den letzten Wochen deutlich erhöht haben“, heißt es im Bericht der Stabsstelle Migration des Kreises. Im vorigen Sommer gab es zudem Zuweisungen an den Kreis von Spätaussiedlern sowie den Ortskräften, die Afghanistan verlassen mussten. Bei Letzterem handelte es sich um neun Personen aus zwei Familien, von denen eine inzwischen eine eigene Wohnung bezogen hat.

152 Personen wurden dem Werra-Meißner-Kreis über das Landesaufnahmegesetzes (LAG) in den ersten drei Quartalen 2021 zugewiesen. Das LAG regelt nach dem sogenannten Königssteiner Schlüssel, wie viele Flüchtlinge den einzelnen Kreisen zugewiesen werden. Die Kreise sind zur Aufnahme und Unterbringung von Asylbewerbern verpflichtet. Die Unterbringung erfolgt im Werra-Meißner-Kreis in eigens hierfür angemieteten Häusern, den Gemeinschaftsunterkünften. Im Jahr 2020 kamen insgesamt 117 Personen in den Werra-Meißner-Kreis. Zum Vergleich: 2016 waren es zirka 1200.  salz

Wie sich allerdings die Situation darstellt, wenn die angenommenen 42 000 Menschen Afghanistan verlassen, ist auch Sicht des Migrationstabes „völlig offen“. Für die Landkreise besteht eine Unterbringungspflicht. Landrat Reuß appelliert an Bürger, die sich angesprochen fühlen und Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen können, sich bei der Stabsstelle Migration zu melden. (Stefanie Salzmann)

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