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Bischöfin Beate Hofmann informiert sich über die 330 Hektar Wald des Kirchenkreises

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Von: Kristin Weber

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Begutachten die neu angepflanzten Eichensetzlinge im Wald: stellvertretender Dekan Ralph Beyer (von links), Ludger Arnold und Ute Göpel (Umweltausschuss Kirchenkreis), Pfarrer Karsten Leischow und Bischöfin Dr. Beate Hofmann.
Begutachten die neu angepflanzten Eichensetzlinge im Wald: stellvertretender Dekan Ralph Beyer (von links), Ludger Arnold und Ute Göpel (Umweltausschuss Kirchenkreis), Pfarrer Karsten Leischow und Bischöfin Dr. Beate Hofmann. © Kristin Weber

36 einzelne Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Werra-Meißner besitzen insgesamt 330 Hektar Kirchenwald. Die Bischöfin war jetzt an vier Orten.

Werra-Meißner – Alle Waldflächen werden durch Hessenforst beförstert. 143 Hektar davon werden vom Forstamt in Wehretal betreut. Zusammen mit Bereichsleiter Dietrich Bräuer und Förster Eckehardt Rogée besuchte die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, jetzt die Kirchenwälder in Oetmannshausen, Hoheneiche, Wichmannshausen sowie Datterode.

Dazu eingeladen hatten sie Ludger Arnold und Ute Göpel vom Umweltausschuss des Kirchenkreises. Anhand von unterschiedlichen „Waldbildern“ informierte sich die Bischöfin über die ökologischen Aspekte des Waldes als Faktor im Kampf gegen den Klimawandel, aber auch über die wirtschaftliche Nutzung. Begleitet wurde sie vom stellv. Dekan Ralph Beyer sowie den Pfarrern Karsten Leischow und Rüdiger Pütz.

Der Pfarreiwald bei Oetmannshausen mit seinen gut 2,3 ha Fläche hatte 2018 beim Sturm „Friederike“ großen Schaden genommen. Jetzt werden die Flächen wieder aufgeforstet. „Auf dieser Fläche gehen wir zurück zur Eiche“, erklärte Eckehardt Rogeé. „Am Rand werden zudem einige Linden eingemischt. Dreißig Jahre muss die Fläche eingezäunt bleiben, da es in den umliegenden Privatwäldern einen Bestand an Rotwild gibt, der sonst die jungen Bäume frisst.“ Pro Hektar werden rund 8000 bis 10.000 Setzlinge gepflanzt, was bei Eichen gut 20.000 Euro kostet. Bis zu 80 Prozent dieser Ausgaben für die Aufforstung werden jedoch durch das Land Hessen finanziell gefördert. „Das noch am Boden liegende Reisig des ehemaligen Baumbestandes bleibt liegen“, erklärt Dietrich Bräuer.

„So bleibt die Feuchtigkeit im Boden, und die Setzlinge bekommen genug Wasser.“ Durch die natürliche Verjüngung erwarten die Förster außerdem, dass Fichten, Buchen und Lärchen von selbst hinzukommen. „Für uns als Pfarrer, die wir die Eigentümer der Waldstücke sind, ist es sehr gut, Beratung durch Hessenforst zu bekommen“, sagt Karsten Leischow. „Sie haben das fachliche und rechtliche Wissen.“ Im Bereich Hoheneiche geht der Kirchenwald offenbar auf einen alten Eichenschälwald zurück, in dem einst die Rinde geerntet wurde. Die Förster sind hier mit der guten Mischung aus Eichen und Buchen - aus alten, mittelalten und jungen Bäumen - sehr zufrieden. Die Eiche brauche Licht, um zu wachsen, deshalb werde hier nur immer mal wieder eine Buche herausgenommen. „In Zukunft, im Zeichen des Klimawandels, werden sich die Bedingungen verändern“, erklärt Dietrich Bräuer.

„Allerdings müssen wir demütig sagen, wir wissen nicht genau, wie sich die Wälder langfristig entwickeln werden. Das Risiko ist allerdings gestiegen: stärkere Stürme, trockenere Sommer.“  (Kristin Weber)

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