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Blockhaus Meißner: Ein Domizil nicht nur für Pfadfinder

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Von: Tobias Stück

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Bei einem Brand zerstört: Das erste Blockhaus der Pfadfinder auf dem Hohen Meißner.
Bei einem Brand zerstört: Das erste Blockhaus der Pfadfinder auf dem Hohen Meißner. © privat/nh

Der Förderkreis Blockhaus Meißner kümmert sich seit 55 Jahren um Waldhütte bei Rodebach. Deren Geschichte ist wechselvoll und spannend.

Rodebach – Der Förderkreis Blockhaus Meissner kümmert sich um den Erhalt des Pfadfinder-Hauses in Rodebach. Zusammen mit dem Zeitzeugen Reiner Neumann haben wir die Geschichte des Blockhauses aufgearbeitet.

In den 1950er-Jahren gab es mit dem Stamm Schwarzer Adler eine aktive Pfadfinder Gemeinschaft in Eschwege. Treffpunkt war unterhalb des Landgrafenschlosses die sogenannte Räuberhöhle – ein Häuschen, voller Leben und Aktivitäten der Wölflinge und Pfadfinder des Bunds Deutscher Pfadfinder (BDP). „Ein beliebtes Ziel für uns Pfadfinder war das Blockhaus am Meißner, das leider abbrannte“, erzählt Neumann. Um den Nachfolgeverein in Rodebach kümmert sich noch heute der Förderverein.

Die Wölflinge, also die jung eingetretenen Pfadfinder wurden bei einer Sonnenwendfeier in die Gemeinschaft der Pfadfinder aufgenommen. In der Räuberhöhle übte auch der Pfadfinder-Gospelchor. Kurze Lederhosen, Pfadfinder-Hemd und Koppel, der Affe (Rucksack) sowie ein Fahrtenmesser waren die notwendigen Utensilien bei Fahrt und Lager. Erlebnisse und Abenteuer in der Natur bestimmten das Pfadfinderdasein und schmiedeten Freundschaften. Kothen und Jurten aus schwarzen Zeltplanen waren die geschützten Unterkünfte in Feld und Wald.

Das Ziel der Eschweger Pfadfinder war der König der nordhessischen Berge mit seiner urigen, märchenhaften Wald- und Felslandschaft, der Hohe Meissner. Damals ging es zu Fuß am Freitagnachmittag von Eschwege aus in Richtung Hoher Meissner und zum Schluss von Germerode die Kohlenstraße hoch bis zum Blockhaus. „Das war erholsam, spannend und machte riesige Freude“, erinnert sich Reiner Neumann. Erinnern kann er sich gut an Jürgen Hüther, Jörg Hartebrodt, Peter Gaußmann oder Wolfgang Herschelmann, mit denen er viel Zeit verbrachte.

„Die älteren Pfadfinder hatten dann das Glück, ein Blockhaus an der Halde in der Nähe des Gasthauses Schwalbenthal auf dem Hohen Meissner zu erwerben“, berichtet Neumann. Noch heute existiert das Haus Halde als Rest einer ehemaligen Bergarbeitersiedlung neben dem Carlssstollen. Das Haus gehört jetzt Hessen Forst.

Tragisch endete die „wunderbare, unvergessliche Zeit im Blockhaus“ durch fahrlässige Brandstiftung einer Pfadfindergruppe, die den Kamin mit brennbarer Flüssigkeit angezündet hatten. 1969 brannte das Blockhaus ab. „Ein Wiederaufbau an dieser einmaligen Stelle wurde durch den Forst und den Jagdpächter verhindert“, sagt Neumann.

Im Jahr 1967 – noch im alten Blockhaus – wurde der Förderkreis Blockhaus gegründet. 1971 wurde dann Jürgen Hüther Vorsitzender. Ehemalige Pfadfinder schlossen sich an und wurden Mitglied des Dachverbandes des Bunds der Pfadfinder aus rechtlichen Gründen, um auch Zuschüsse für einen Neubau zu erhalten. In der Gemarkung Rodebach wurde dann ein Bauplatz gefunden, die Baugenehmigung wurde im Jahr 1974 erteilt. „Durch viel Eigenleistung und Engagement der Mitglieder des Förderkreises fand dann am 10. Juni 1978 die Einweihung statt.“ Seitdem haben neben dem Förderkreis viele Besucher das ideal gelegene Blockhaus gern genutzt.

Der im Dezember verstorbene Jörg Hartebrodt habe sich nach Neumanns Angaben als langjähriger Vorsitzende hier verdient gemacht. (Tobias Stück)

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