Blutkonserven für drei Tage

Blutkonservenvorrat laut DRK im Landkreis nach Mangel wieder aufgestockt

Eine Mitarbeiterin entnimmt einem Spender eine Blutspende.
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Eine Mitarbeiterin entnimmt auf diesem Symbolbild eine Blutspende.

Jeden Sommer werden im Kreis sowie bundesweit die Blutkonserven knapp. In diesem Jahr wurde das durch die Coronapandemie sowie die Flutkatastrophe in Deutschland verstärkt.

Werra-Meißner - Das bestätigt der für den Kreis zuständige Pressesprecher vom DRK-Blutspendedienst, Eberhard Weck. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rief daher erst kürzlich bundesweit zur Spende von Blut aber auch Plasma auf.

Bis vor wenigen Wochen sei die Lage tatsächlich noch sehr angespannt gewesen, so Weck. „Normalerweise reichen die Reserven für dreieinhalb bis vier Tage. Doch Mitte Juli hatten wir nur noch Blutkonserven, die den Bedarf für einen Tag abgedeckt haben.“

„Es ist nicht die Zeit, um sich zurückzulehnen“

Inzwischen sei der Vorrat wieder soweit gefüllt, dass es für drei Tage genüge. „Wir haben momentan zwar keine Alarmstimmung, aber es ist auch nicht die Zeit, um sich zurückzulehnen“, sagt Weck.

Denn verschiedene Faktoren beeinflussen den Bestand und den Bedarf, erklärt der Pressesprecher. Diese betreffen zum einen das Verhalten der Spender und zum anderen den Bedarf in den Krankenhäusern. In den Sommerferien etwa würden viele Spender aussetzen, weil sie im Urlaub seien, erklärt Weck.

Gleiches gilt nun für die Lockerungen nach den coronabedingten Lockdowns. Nachdem vieles lange nicht möglich gewesen sei, sei es verständlich, dass die Leute Treffen mit Freunden und Familie nun nachholen wollten und dabei Blutspendetermine verpassten.

Krankenhäuser führen wieder mehr Operationen durch

Die wieder aufgenommenen Aktivitäten seien es laut Weck aber auch, die den Bedarf wieder hochschnellen ließen. Es passierten nun wieder mehr Unfälle, bei denen eine Bluttransfusion benötigt werde. Außerdem, so Weck, führten Krankenhäuser nun generell wieder mehr Operationen durch.

Das betreffe speziell planbare Eingriffe und nicht lebensbedrohliche Krankheiten, die in den vergangenen Monaten verschoben werden mussten. Denn die Krankenhäuser waren angehalten, die Intensivbetten für Coronapatienten freizuhalten.

Die Flutkatastrophe in Deutschland, auf die sich Gesundheitsminister Spahn in seinem Aufruf bezieht, habe sich ebenfalls auf den Bedarf und die Nachfrage ausgewirkt: Auf der einen Seite gab es mehr verletzte Menschen und andererseits fielen aufgrund der Situation vor Ort Blutspendetermine aus, erklärt Weck. (Hanna Maiterth)

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