Klinikum Werra-Meißner bekommt 450 000 Euro vom Bund

Boni für die Corona-Helden - Klinikum zahlt an Mitarbeiter

Insbesondere Pflege- und Reinigungskräfte sollen von der Bonizahlung profitieren.
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Insbesondere Pflege- und Reinigungskräfte sollen von der Bonizahlung profitieren.

Das Klinikum Werra-Meißner erhält eine Bonuszahlung von rund 450 000 Euro. Die sogenannte Coronaprämie stammt aus dem Etat des Gesundheitsfonds. Damit sollen Pflegekräfte, die im vergangenen Jahr besonders stark durch die Behandlung von Coronafällen belastet wurden, bedacht werden, berichtet der Bundestagsabgeordnete Michael Roth (SPD) aus Berlin.

Eschwege - „Die Corona-Sonderzahlungen sind ein Akt der Solidarität gegenüber denjenigen, die während dieser Pandemie Großartiges für ihre Mitmenschen leisten“, sagt Roth. Gerade die Arbeit während der dritten Welle bedeute eine enorme physische und psychische Bewährungsprobe für die Beschäftigten.

Die Entscheidung darüber, welche Angestellten begünstigt werden, treffen die Krankenhäuser selbst, wobei Prämienzahlungen von bis zu 1500 Euro pro Beschäftigten möglich sind.

Über Verteilung ist noch nicht entschieden

Das Geld sei mittlerweile schon beim Klinikum angekommen, über eine Verteilung wurde noch nicht entschieden“, berichtet der Sprecher des Klinikums Florian Künemund. Der Bund sieht bei der Verteilung der neuen Prämie vor, dass Ärzte ausgeschlossen sind. Pflegepersonal und Reinigungskräfte sollen profitieren. Bis zum 30. Juni haben die Verantwortlichen Zeit, die Summe unter dem Personal zu verteilen. Geschäftsführung, Krankenhausleitung und Betriebsrat werden entscheiden.

„Es wird eine Prioritäten-Listen geben – wie bei den Prämien für die erste Welle auch“, sagt Künemund. Damals wurden 230 Mitarbeiter berücksichtigt. Allen voran die, die täglich mit den Covid-Patienten zu tun haben. Eine besondere Belastung habe hier im vergangen Jahr beispielsweise die Intensivstation in Witzenhausen gehabt.

Sonderzahlung hat Bundestag im März beschlossen

Die Sonderzahlung für Pflegekräfte hatte der Bundestag bereits im März mit einer Änderung im Krankenhausfinanzierungsgesetz beschlossen – insgesamt stehen 450 Millionen Euro zur Verfügung, die Beschäftigten in gut 1000 Krankenhäusern bundesweit zu Gute kommen. Roth spricht von einem steuerfreien Zuschuss. Steuerfrei seien die Boni aber nur für Mitarbeiter, die nicht schon an der ersten Prämienzahlung partizipiert haben, heißt es vonseiten des Klinikums Werra-Meißner. „Wer zum zweiten Mal eine Prämie bekommt, muss diese versteuern“, sagt Künemund.

Anspruch auf die Corona-Prämie haben Kliniken, die 2020 durch die „voll- oder teilstationäre Behandlung von mit dem Coronavirus infizierten Patientinnen und Patienten besonders belastet waren“. Für Krankenhäuser mit weniger als 500 Betten müssen mindestens 20 behandelte Fälle vorliegen, Kliniken mit mehr als 500 Betten müssen im betreffenden Zeitraum mindestens 50 Corona-Fälle behandelt haben. Das Klinikum hatte 2020 mehrere Hundert Fälle behandelt und kommt so auf die Summe von 450 000 Euro. Zum Vergleich: Das Klinikum Bad Hersfeld bekommt rund 487 000 Euro, das Kreiskrankenhaus Rotenburg knapp 194 000 Euro. Von Tobias Stück

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