Wehren bleiben außen vor

Coronavirus: Brandschützer kritisieren fehlende Impfpriorität

Unfall Hardegsen Feuerwehr Autowrack
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Zugang verschafft: Die Feuerwehr entfernt das Dach eines Fahrzeugs, damit die Sanitäter den Verletzten besser erreichen können.

Die Feuerwehren in Hessen und im Werra-Meißner-Kreis kritisieren, dass ihnen die hessische Landesregierung (CDU/Grüne) keine Priorisierung für die Impfung gegen das Coronavirus zuweist. Sie fühlten sich als „Retter ohne Schutz“ – und das mit dem Wissen aller Beteiligen, so der Landesfeuerwehrverband Hessen (LFV) in einer Pressemitteilung.

Werra-Meißner - Durch die Ablehnung der Forderung auf eine Sondergruppe in der Impfpriorisierung zeige die Landesregierung mangelnde Sensibilität, aber auch fehlende Wertschätzung des Engagements der Feuerwehreinsatzkräfte, die für die Bevölkerung jederzeit präsent sein müssten.

Kreisfeuerwehrverband unterstützt Forderung

Unterstützung erfährt die Forderung des LFV, die Landesregierung möge eine sofortige Impfmöglichkeit für Einsatzkräfte schaffen, auch vom Kreisfeuerwehrverband Werra-Meißner: „Die Forderung ist richtig, denn wir sind gemeinsam mit dem Rettungsdienst und der Polizei an den Einsatzstellen“, sagt der Vorsitzende Hans-Heinz Staude. Bei all diesen Rettern solle man seiner Meinung nach keinen Unterschied machen.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren würden sich einem hohen gesundheitlichen Risiko bei direkten Kontakten wie beispielsweise Unfällen oder Türöffnungen aussetzen. Bei rund 70 000 Einsätzen im Jahr in Hessen machten die zuvor genannten Arten der Einsätze rund zwei Drittel raus. Der Rettungsdienst, der an gleichen Stelle tätig sei, sei verständlicherweise bereits geimpft worden, so der LFV.

Wehren mussten nach Einsätzen vermehrt in Quarantäne

Gerade in den vergangenen Wochen seien Feuerwehren nach Einsätzen vermehrt aufgrund einer Infektionsgefahr in Hessen in Quarantäne geschickt worden. Im Werra-Meißner-Kreis musste glücklicherweise noch keine komplette Einsatzabteilung in Quarantäne, berichtet Landkreissprecher Jörg Klinge auf Anfrage.

Einschränkungen gibt es laut Hans-Heinz Staude dennoch genügend: Die so wichtigen Übungsdienste könnten maximal digital stattfinden, nur zu den Einsätzen käme man derzeit zusammen. Zu den Einsatzabteilungen gehören derzeit 2581 Menschen im Landkreis, so Jörg Klinge. Von Maurice Morth

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