Bratwurst mit dem Nachbarn teilen

Werra-Meißner: Worauf wir beim Grillen und offenen Feuer im Garten achten sollten

Frühling bedeutet: Angrillen. Dabei gibt es aber einiges zu beachten. Der Nachbar hat zum Beispiel das Recht darauf, sich nicht gestört zu fühlen.
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Frühling bedeutet: Angrillen. Dabei gibt es aber einiges zu beachten. Der Nachbar hat zum Beispiel das Recht darauf, sich nicht gestört zu fühlen. (Symbolbild)

Werra-Meißner: Tipps von der Feuerwehr, worauf man beim Grillen und offenen Feuer im Garten achten sollte. Fragen und Antworten.

Werra-Meißner – Auch wenn die aktuellen Temperaturen noch nicht ganz mitspielen: der Frühling ist da, die Tage sind länger, in der Nachbarschaft duftet es nach Bratwürstchen. Angrillen ist angesagt. Damit dabei und auch beim Lagerfeuer aber nichts schief gehen kann, gibt es Fragen und Antworten.

Was ist beim Anzünden des Feuers zu beachten?

Vorweg sollte man prüfen, ob der Grill, die Feuerschale oder der Feuerkorb stabil und feuerfest stehen, erklärt Harald Popp, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbands. Und auch wenn es selbstverständlich klingt: „Finger weg von Spiritus, Benzin, Petroleum oder anderen leicht entzündlichen Flüssigkeiten als Anzünder-Ersatz“, sagt Popp. Auch wenn man einmal keinen richtigen Anzünder da hat. Dabei entstehen giftige Dämpfe. Stattdessen auf handelsübliche Grillanzünder zurückgreifen, am besten mit DIN- und GS-Kennzeichnung.

Wie lässt sich das Feuer im Notfall löschen?

„Generell ist Wasser die einfachste Variante, um ein Feuer zu löschen“, sagt Alexander Hämmerich, Gemeindebrandinspektor von Berkatal. Allerdings sei dabei Vorsicht geboten: Denn wenn das Wasser plötzlich verdampft, besteht auch Verbrühungsgefahr. „Das Wasser verdampft meist explosionsartig: Aus einem Liter Wasser werden schlagartig 1700 Liter Wasserdampf“, erklärt Popp. Neben Wasser eignen sich auch Löschdecken oder Sand zum Ersticken der Flammen.

Wie entsorge ich die Kohle?

Asche und Kohle kann man in der grauen Restmülltonne entsorgen. Vorher sollte sie einen besser zwei Tage richtig auskühlen, erklärt Hämmerich. Dann noch einmal mit etwas Wasser ablöschen – sicher ist sicher. „Wir sind schön öfter zu Einsätzen wegen brennender Mülltonnen ausgerückt“, berichtet der Berkataler. Denn meistens stehen die Mülltonnen dicht am Haus, wenn sie Feuer fangen, besteht auch für das Haus und die Bewohner Brandgefahr.

Was muss man beim Gasgrill beachten?

„Beim Gasgrill müssen unbedingt alle Anschlüsse dicht sein“, sagt Popp. Nach dem Grillen sollte man das Gas wieder abdrehen.

Ist ein privates Lagerfeuer im Garten erlaubt?

Kleine Lagerfeuer sind in den meisten Gemeinden auch im Garten erlaubt und genehmigungsfrei, erklärt Dr. Lutz Bergner, Rechtsanwalt und Mitglied im Kreisfeuerwehrverband. Dazu gibt es aber keine bundeseinheitliche Regelung, Bundesländer und Gemeinden haben ihre eigenen Regeln. Alles, was größer ist, muss beim Ordnungsamt angemeldet werden. Wenn nicht, gilt es als Ordnungswidrigkeit. Auch Holz- und Baumschnittabfälle dürfen angemeldet und im kleinen Stil als Nutzfeuer abgebrannt werden. Nicht verbrennen sollte man behandeltes oder lackiertes Holz und Möbel. Von Anfang bis Ende muss eine volljährige, mit dem Löschen vertraute Person vor Ort sein.

Wie darf mein Lagerfeuer brennen?

Für ein Lagerfeuer eignen sich Feuerschalen- und körbe sowie mit Steinen umrandete Feuerplätze, sagt Hämmerich. Das Feuer sollte einen größtmöglichen Abstand von Wäldern, Bäumen, Büschen, und Gebäuden entfernt angezündet werden (siehe Hintergrund). Denn durch Funkenflug könne auch – besonders in trockenen Sommern – unbeabsichtigt etwas Feuer fangen. „Bei extremer Trockenheit und Waldbrandgefahr ist offenes Feuer verboten“, sagen die Experten einig.

Hintergrund: Diese Regeln gelten in Hessen

Die Landesverordnung in Hessen gibt Folgendes vor, wenn es um die Verbrennung von Holz- und Gartenabfällen geht:

Grundsätzliches: Die Abfälle dürfen nur unter ständiger Aufsicht durch eine zuverlässige und volljährige Person verbrannt werden. Das Feuer muss unter Aufsicht sein, bis die Glut erloschen ist. Es darf keine Menschen, Tiere und Gebäude gefährden. Es darf nicht mit zusätzlichen Stoffen unterstützt werden. Bei starkem Wind oder wenn die Allgemeinheit durch heftige Rauchentwicklung gestört wird, ist es zu löschen.

Zeiten: montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr.

Abstände: Mindestens 100 Meter von bewohnten Gebäuden und Zeltplätzen; 35 Meter von sonstigen Gebäuden; fünf Meter zur Grundstücksgrenze; 100 Meter von Bundesautobahnen und Fernverkehrsstraßen, zu Lagern mit brennbaren Flüssigkeiten oder mit Druckgasen, zu Betrieben, in denen explosionsgefährliche Stoffe hergestellt, verarbeitet oder gelagert werden; 50 Meter von öffentlichen Verkehrswegen; 100 Meter von Naturschutzgebieten, Wäldern, Mooren, Heiden; 20 Meter von Bäumen, Naturdenkmälern und Getreidefeldern. jes

Was muss ich wegen meines Nachbarn beachten?

„Der Nachbar hat einen rechtlichen Anspruch darauf, dass er sich nicht belästigt fühlt“, weiß Rechtsanwalt Dr. Bergner. Sei es durch den Rauch, Lärm oder Gerüche, er hat einen Unterlassungsanspruch. Der Nachbar darf sogar verlangen, dass man das Feuer unterlässt. Durch seinen Beruf kenne Bergner solche Streitigkeiten unter Nachbarn. Wie man das vermeiden kann? Die Nachbarn auf ein Bratwürstchen einladen. (Von Jessica Sippel)

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