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Eschweger Klosterbrauerei bezieht Getreide von heimischen Landwirten

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Von: Tobias Stück

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Kurze Wege vom Acker zum Bier: Philipp Wicke vom gleichnamigen Guthof in Jestädt ist einer von 17 Landwirten, die für die Eschweger Klosterbrauerei produzieren. Bei der Aussaat mit dabei: Sohn Paul (6) und Mitarbeiter Benedikt Linhose.
Kurze Wege vom Acker zum Bier: Philipp Wicke vom gleichnamigen Guthof in Jestädt ist einer von 17 Landwirten, die für die Eschweger Klosterbrauerei produzieren. Bei der Aussaat mit dabei: Sohn Paul (6) und Mitarbeiter Benedikt Linhose. © Tobias Stück

Mit dem regionalen Anbau ihrer Braugerste bei Landwirten vor Ort schafft es die Eschweger Klosterbrauerei, unabhängig vom Weltmarktgeschehen zu bleiben. Denn: Angesichts des Krieges in der Ukraine bricht die Getreideproduktion dort ein und auf die Getreidelieferungen aus Russland sind Sanktionen verhängt.

Eschwege - Die Gerste für das Eschweger Bier wird aber zwischen Witzenhausen und Altenburschla angebaut. Gerade wurde auf den letzten Feldern ausgesät.

Der Krieg in der Ukraine ist einer von vielen Preistreibern, der den deutschen Brauereien gerade zu schaffen macht. „Die Preise für Rohstoffe, Verpackungen, Energie und Logistik gehen regelrecht durch die Decke, in immer absurdere Höhen“, berichtet Nina Goellinger, Pressesprecherin beim Deutschen Brauer-Bund. Der Verband schließt Preiserhöhungen beim Bier nicht aus. Das aktuelle Eschweger Bier wird mit heimischer Braugerste aus der Produktion von 2021 hergestellt.

Seit 23 Jahren Abkommen mit 17 Landwirten in der Region

Schon seit 23 Jahren hat die Klosterbrauerei mit 17 Landwirten ein Abkommen über die Lieferung von Sommergerste aus der Region abgeschlossen. Am 11. Januar 1999 fiel mit der Vertragsunterzeichnung der Startschuss für das Projekt, seither bezieht die Klosterbrauerei jährlich 500 Tonnen Braugerste von heimischen Landwirten aus beiden Altkreisen. „Wir erhalten zuverlässig Zutaten aus der Region und der Landwirt hat einen verbindlichen Abnehmer für seine Ernte“, erklärt Unternehmenssprecherin Tanja Beck das Prinzip. In einem Anbau-, Liefer- und Abnahme-Rahmenvertrag für Braugerste sind die Details geregelt. Kernstück dieses Miteinanders sind die Qualitäts- und Umweltkriterien, nach denen die jährlich 500 Tonnen angebaut werden. „Braugerste wird ohne Einsatz von Dünge- und Schädlingsbekämpfungsmitteln angebaut und darf nur einen geringen Eiweißgehalt haben“, weiß Philipp Wicke, der Anfang der Woche ein Feld neben dem Sportplatz in Weidenhausen mit der Sorte Avalon bestellt hat.

Ende Juli/Anfang August wird geerntet. Das Getreide wird anschließend an die Erfassungsstellen in Eschwege und Hann. Münden geliefert. Hier wird die Braugerste gereinigt und in Silos gelagert, bis die Mälzerei die Gerste abholt. Die Eschweger Klosterbrauerei arbeitet mit Mälzereien in Bamberg und Bad Kreuznach zusammen, die die Sommergerste zu Malz verarbeiten. Es entsteht in der Mälzerei durch natürliches Keimen des Getreides. „Malz ist ein besonders wichtiger Rohstoff für ein gutes Bier“, sagt Tanja Beck. „Malz gibt dem Bier seine Geschmacksfülle und seine Farbe.“ (Tobias Stück)

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