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„Annerschde“ Breitwiesn in Sontra überzeugen

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Von: Harald Triller

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Projekt der Kindertagesstätte: „Von der Raupe bis zum Schmetterling“ wird beim Umzug dargestellt.
Projekt der Kindertagesstätte: „Von der Raupe bis zum Schmetterling“ wird beim Umzug dargestellt. © Harald Triller

Das Sontraer Volksfest „Breitwies‘n“ im Open-Air-Format, das während des langen Himmelfahrtswochenendes stattfand, war ein voller Erfolg.

Sontra – Die Pandemie wirbelt seit über zwei Jahren lieb gewordene Zusammenkünfte heftig durcheinander. So auch das Traditions-Volksfest in Sontra, wo allerdings die Organisatoren vom zuständigen Arbeitskreis diesmal unter dem Motto „Breitwiesn, ma annerschder“ einen völlig neuen Weg gewählt haben und damit goldrichtig lagen, denn die vier Feiertage lockten Tausende Besucher an.

„Wir wussten bei dieser Gratwanderung ja selbst nicht, wie alles ausgeht. Und freilich hat uns das Wetter die Reise durch das Neuland erheblich erleichtert“, schwärmte Bürgermeister Thomas Eckhardt von ein wenig zurückgekehrter Normalität, die in der Berg- und Hänselstadt herrschte.

Und alles war ja auch nicht „annerschder“, allen voran der Festumzug am Sonntag, der quasi aus dem Stand von Null auf Hundert hochgefahren wurde und insgesamt 23 Musikzüge, Fußgruppen und Motivwagen auf die Schleife durch die Straßen führte, wo die unzähligen Schaulustigen den gestalterischen Ideenreichtum mit viel Beifall belohnten.

Landsknechtfanfarenzug führt Umzug an

Traditionell führte der Landsknechtsfanfarenzug den bunten Lindwurm mit den politischen Gremien an. Dass die Bergmannszunft in Sontra einen hohen Stellenwert genießt, machten nicht nur die eigenen Knappen deutlich, sondern auch zahlreiche Gastvereine.

Das intakte Vereinsleben brachten die Kegler, die Jugendlichen blickten bereits auf die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, der Turnverein mit seinen Volleyballerinnen, der Fußballnachwuchs der SG Sontra, die erfolgreichen Husarendarter, die Handballer der SG Datterode/Röhrda/Sontra und natürlich hatten auch die beiden Schützenvereine, Gilde und Sportschützen, viele Gäste aus diesem sportlichen Bereich an ihrer Seite.

Kleingartenverein wird 80 Plus

Der Kleingartenverein, der auf seinem Gelände gestern das traditionelle Bürgerfrühstück ausgerichtet hat, nutzte das Forum des Festzuges, um bereits zum Jubiläum 80 + 1 im August einzuladen; das 80-jährige Bestehen musste nämlich im Vorjahr coronabedingt abgesagt werden.

Kita: Von der Raupe zum Schmetterling

Leben in den Umzug brachten auch die Sontraer Kindertagesstätten mit wunderbaren Programmpunkten, sie dokumentierten unter anderen den Weg von der Raupe zum Schmetterling. Personell arg gebeutelt, aber trotzdem dabei, die Karnevalisten der Hänselsänger. Und den Feiermodus hatten die Abgänger der Adam-von-Trott-Schule eingeschaltet, da sie die letzte „Abi“-sode geschafft haben. Die kleinen Strolche richten unter dem Motto „mit der Mode, mit der Zeit, ist das Team bereit“, demnächst wieder einen Basar aus.

Aktionsgemeinschaft Sontraer Handel geht mit Online-Shopping ins Gericht

Wie gewohnt haben sich die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft des Sontraer Handels einem besonderen Themenbereich gewidmet, der das Geschäftsgebaren vor Ort zum Inhalt hatte. Unter der Devise „aufwachen“ gingen sie hart mit Onlinebestellungen ins Gericht und stellten die Frage: „Engagiert sich ihr Onlinehändler für den Verein ihrer Kinder?“ oder machten deutlich: „Eure Einzelhändler präsentieren sich auch ausgeschlafen.“

Die Sicherheit rund um den Zug garantierte die Feuerwehr. Und für die musikalische Umrahmung konnten die Organisatoren neben den Landsknechten die Festkapelle Ulfener Jungs, die Rotenburger Schlossgeister und das Trompetencorps Meinhard gewinnen, die Sontra ganz spezifisch grüßten, denn das Steigerlied gehört mittlerweile zum Repertoire.

Bürgermeister Thomas Eckhardt abschließend: „Natürlich wollen wir zur gewohnten Tradition zurückkehren, aber wir haben gesehen, dass auch ein Open-Air-Fest die Massen begeistert. Die vielen Feierwilligen haben das eindrucksvoll bewiesen. Ganz hervorragend fand ich die Geste der Seniorenheime, die ihre Bewohner zur Husarenallee brachten, wo sie sich sitzend den Umzug anschauen konnten.“ (Harald Triller)

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