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Breitzbacher Eckhard Stöhr bringt mit seinem Traktor einen Funken Hoffnung

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Von: Emily Spanel

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Unterwegs in Altefeld: Eckhard Stöhr geht mit beleuchtetem Traktor und aufrüttelnder Botschaft auf Lichterfahrten. Auch in den kommenden Tagen wird er in und um die Gemeinde Herleshausen unterwegs sein.
Unterwegs in Altefeld: Eckhard Stöhr geht mit beleuchtetem Traktor und aufrüttelnder Botschaft auf Lichterfahrten. Auch in den kommenden Tagen wird er in und um die Gemeinde Herleshausen unterwegs sein. © Familie Stöhr/nh

Mit seinem über und über mit funkelnden Lichtern geschmückten Traktor ist Eckhard Stöhr derzeit an den Adventswochenenden unterwegs – quer durch die Herleshäuser Ortsteile.

Breitzbach – Einen Funken Hoffnung in diesen Zeiten der Krisen, des Krieges und der finanziellen Unsicherheiten bringen, die Sorgen, Ängste und Nöte der Menschen wenigstens einen Moment lang vergessen machen – nichts weniger hat Eckhard Stöhr, Nebenerwerbslandwirt aus dem Herleshäuser Ortsteil Breitzbach, mit Unterstützung seiner Familie geschafft.

Mit seinem über und über mit funkelnden Lichtern geschmückten, ja in der Dunkelheit leuchtenden Traktor ist Eckhard Stöhr derzeit an den Adventswochenenden unterwegs – quer durch die Herleshäuser Ortsteile, aber auch zu weihnachtlichen Veranstaltungen in den Nachbarorten. „Es ist herzergreifend, die Freude der Menschen zu sehen“, sagt Eckhard Stöhr. Er kündigt seine Besuche – in den vergangenen Wochen beispielsweise bei der Märchenaufführung der Voltigiergruppe des Reit- und Fahrvereins Altefeld und beim Weihnachtsmarkt der Ortsvereine in Breitau – vorher nicht an, ist quasi „Überraschungsgast“. Die Reaktionen: Staunende Blicke, gezückte Handys, Fotowünsche glücklicher Kinder und viel Lob für eine Aktion, die einen sehr ernsten Hintergrund hat.

Zur Teilnahme an der Aktion „Ein Funken Hoffnung“ hat der Verein „Land sichert Versorgung“ (LSV) wieder Landwirte aus ganz Deutschland aufgerufen – mit dem Zusatz: „Jetzt erst recht: Ohne Bauern geht es nicht.“ Denn diese Botschaft habe nicht an Bedeutung verloren, nein, sie bekomme jeden Tag mehr Dringlichkeit, erklärt der aufrufende Verein. Auch die Landwirte aus ganz Deutschland brauchten und brauchen immer noch einen Funken Hoffnung, ein Licht am Ende des Tunnels. „Für viele von uns ist dieses Licht erloschen. Viele mussten schon aufgeben oder werden in der nächsten Zeit gezwungen sein, ihren Betrieb für immer zu schließen“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Vereins.

Lichterfahrten fanden 2020 erstmalig statt 

Der Verein „Land schafft Verbindung“ aus Nordrhein-Westfalen initiierte die Lichterfahrten erstmalig 2020 zu Zeiten des Corona-Lockdowns. Mit der Absicht, Menschen in Seniorenheimen, Kinderkrankenhäusern und ähnlichen Einrichtungen eine Freude zu bereiten und die regionale Landwirtschaft zu „beleuchten“, zogen farbenfroh dekorierte Traktorkonvois durch die Gemeinden. Von Anfang an gern mit dabei war der Breitzbacher Nebenerwerbslandwirt Eckhard Stöhr. esp

Mit dem Ziel, die regionale Landwirtschaft zu „beleuchten“, geht auch der Breitzbacher Eckhard Stöhr mit aufrüttelnder Botschaft auf seine Lichterfahrten. Die „Hauptsache billig“-Mentalität vieler Verbraucher, die wirtschaftliche und politische Unsicherheit für Landwirte – darauf will er aufmerksam machen. Und schließlich ist die Agrarpolitik, teuerster Etatposten der EU, eine Kampfzone sondergleichen: In sechs Jahrzehnten ist auf diesem Terrain ein Dschungel von Förderrichtlinien gewuchert. „Kleinere Betriebe müssen aufstecken – und das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, sondern weitet sich auf den Mittelstand aus“, mahnt Eckhard Stöhr.

Selbst hofft er darauf, dass seine Aktion im kommenden Jahr Nachahmer findet.

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