Bedarf nach Koordination der ehrenamtlichen Arbeit groß

Bürger setzen sich für Flüchtlinge ein

Kochen, Kegeln, Kennenlernen - Integrationsprojekt von Sozialkreis Bad Sooden-Allendorf und Seniorentreffpunkt, sff123, hier: von links Petra Schrader, Iseyas (21), Helga Finger, Yemane (23), Hubert Worch, Elisabeth Madsen, Alexandra Kobusch, Silvia Groß, (in der Hocke) Mebrahtom (21) und Yemane (28). Foto:  Forbert

Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis verfügt über eine ausgeprägte Willkommenskultur: Viele Bürger engagieren sich ehrenamtlich für Flüchtlinge.

Je mehr Flüchtlinge in die Region kommen, desto mehr Kurse, Kennenlernangebote und Betreuung gibt es. Das bestätigen Nachfragen beim Kreis, der Diakonie und dem AWO-Kreisverband.

Laut Kreissprecher Jörg Klinge kommen jede Woche neue Flüchtlinge in den Werra-Meißner-Kreis. Seit Januar wurden dem Kreis 164 Menschen aus 15 Ländern von der Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen zugewiesen, damit stieg die Gesamtzahl auf 524.

Wer hier ankommt, wird vorerst für die Dauer des laufenden Asylverfahrens in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht. Ein Betreuer gibt den Migranten Orientierung in der Region und ist in der kommenden Zeit erster Ansprechpartner. „Er begleitet die Asylbewerber bei den täglichen Anforderungen, denen sie sich in Deutschland stellen müssen“, sagt Klinge.

Um die Zeit des Ankommens sinnvoll zu verbringen, brauche es mehr als die staatliche Leistung, sagt Martin Röder, der dreimal pro Woche bei der Diakonie Flüchtlinge berät. An diesem Punkt ist die Zivilgesellschaft gefragt, die seiner Meinung nach Verantwortung mitträgt. „Flüchtlinge wollen schnell die Sprache lernen und einen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen, um niemandem zur Last zu fallen.“ Viele Bürger gehen auf dieses Bedürfnis ein, oft sogar trotz fehlender Erfahrung mit interkultureller Arbeit. Ehrenämter gebe es „quer durch alle Schichten“, so Günter Engel, Alt-Bürgermeister von Witzenhausen und AWO-Kreisvorsitzender.

Das umfassende bürgerschaftliche Angebot braucht laut Röder nun dringend Koordination - auch, um Dopplung zu vermeiden. Bei steigender Nachfrage und wachsendem Angebot sollte das Aufgabe des Kreises sein.

Mehr über die Willkommenskultur im Werra-meißner-Kreis lesen Sie in unserer gedruckten NMittwochausgabe.

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