Immer mehr Aufgaben

Bürgermeister kleinerer Gemeinden haben den Wunsch nach mehr Personal

Thomas Mäurer
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Thomas Mäurer

Die Menge der Arbeit sei in den kleinen Kommunen schwer zu bewältigen, sagen etwa die Bürgermeister Thomas Mäurer aus Weißenborn und Friedel Lenze aus Berkatal.

Werra-Meißner – Die Last und der Druck auf die Bürgermeister im Landkreis ist groß – vor allem in den kleineren Gemeinden mit kleinen Verwaltungsapparaten. Denn ihnen kommen im Großen und Ganzen dieselben Pflichten zu wie den größeren Gemeinden und Städten, aber mit weniger Personal und ohne Fachleute in entsprechenden Abteilungen, was aber nicht bedeutet, dass die Arbeit dort für die Bürgermeister dadurch weniger ist.

„Wir sind in den allermeisten Fällen die Hauptsachbearbeiter der einzelnen Anliegen“, sagt Lenze, der sich mit vier weiteren Mitarbeitern um die Gemeindeverwaltung kümmert. Ähnlich ist auch Weißenborn aufgestellt. Als Bürgermeister verkörpern sie unter anderem die Ortspolizeibehörde, die Bauhofleitung, sind Kita- und Wasserverantwortliche, kümmern sich um alle Finanzen und Bauprojekte. Zusätzlich sind sie direkte Ansprechpartner für die kleinen, aber immer häufigeren Anliegen der Bürger: wenn etwa das Gras zu hoch wächst oder das Trinkwasser komisch riecht. Man sei für alles verantwortlich, beschreibt Bürgermeister Friedhelm Junghans aus Meißner. Herausfordernd sei auch, dass die Aufgabenbereiche voranschreiten, komplexer und vielfältiger werden (etwa Digitalisierung und Vergabewesen), sagt Bürgermeister Jens Wilhelm aus Neu-Eichenberg.

Die Bürgermeister kommen oft auf mehr als 70 Arbeitsstunden pro Woche. Sie wünschen sich – auch zur Entlastung ihrer Mitarbeiter – mehr Personal, um die Aufgaben bewältigen zu können. „Die Arbeit ist abwechslungsreich, macht Spaß und ich würde sie nicht missen wollen“, sagt Mäurer. Dennoch könne man der Erwartungshaltung der Leistungsgesellschaft nicht gerecht werden.

Erschwerend sei auch, dass das Land immer mehr Aufgaben auf die Kommunen herunterbreche, gleichzeitig bekomme man immer weniger Geld. Das wirke dabei wie eine gezielte Strategie, um auf Dauer die Zahl der kleineren Kommunen nach und nach zu reduzieren, weil sie die Anforderungen nicht mehr schaffen und ihre Eigenständigkeit aufgeben müssen, sagen Mäurer und Lenze. Gleichzeitig werde es gefördert, wenn man mit anderen Kommunen fusioniert. Aber an der Eigenständigkeit – da sind sich alle einig – wollen sie festhalten. (Jessica Sippel)

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