Gemeinden feiern Projekt: Von Bürgern für Bürger

Bürgermobil in Ringgau und Weißenborn fährt seit zehn Jahren

Karin Bauer-Blumenstiel ist seit 2012 dabei: Sie fuhr zum Beispiel Mathilde Rosen (rechts) zum Einkaufen. Archiv
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Karin Bauer-Blumenstiel ist seit 2012 dabei: Sie fuhr zum Beispiel Mathilde Rosen (rechts) zum Einkaufen. Archiv

Seit ziemlich genau zehn Jahren sind ehrenamtliche Fahrer in den Gemeinden Ringgau und Weißenborn in Kleinbussen unterwegs, sammeln Bürger ein, setzen sie an festen Haltepunkten ab und nehmen sie gegebenenfalls auch wieder mit zurück.

Ringgau/Weißenborn - Ob zum Einkauf, zum Arzt oder auch zum Besuch im Nachbarort: Mit dem Bürgermobil haben vor allem Senioren die Möglichkeit, mobil zu bleiben.

„Das Angebot ist aber für alle Generationen da“, betont Weißenborns Bürgermeister Thomas Mäurer. „Das Bürgermobil ist eine Bereicherung für die beiden Gemeinden und die Bürger“, sagt er. Die Mitfahrt ist für die Fahrgäste kostenlos, gegen eine kleine Spende sei aber nichts einzuwenden.

Ringgau und Weißenborn arbeiten dabei mit der Gemeindepflegestation Eschwege-Land sowie Aufwind – Verein für seelische Gesundheit zusammen. Das Projekt trägt sich zudem durch Spenden und wird vom Nahverkehr Werra-Meißner bezuschusst, so Mäurer.

Projekt startete im November 2011

Im November 2011 starteten die beiden Gemeinden Weißenborn und Ringgau mit dem gemeinsamen Projekt Bürgerbus im Werra-Meißner-Kreis. Damals waren sie quasi noch Pioniere im Landkreis, bald zogen aber auch andere Städte und Gemeinden nach, etwa Meißner, Berkatal, Wehretal und Sontra. „Der Anfang war etwas schleppend, das Konzept musste erst einmal ankommen. Heute ist es eine gute Institution geworden“, sagt Mäurer. In den ersten vier Monaten nach der Inbetriebnahme der Busse 2011 beobachteten Fahrer und Träger das Geschehen und passten ihre Fahrpläne und Routen an. Bald nutzten zahlreiche Stammgäste aber auch immer wieder neue Mitfahrer das Bürgermobil. Sogar ein Filmbeitrag wurde im Jahr 2012 über das Bürgermobil und die Zusammenarbeit der beiden Kommunen gedreht.

25 ehrenamtliche Fahrer

Insgesamt gibt es 25 ehrenamtliche Fahrer, die abwechselnd jeden Dienstag- und Freitagvormittag im Einsatz sind. Jeweils zwei bis drei feste Haltepunkte fahren sie in den einzelnen Ortschaften Röhrda, Grandenborn, Renda, Lüderbach, Rittmannshausen, Netra, Datterode, Weißenborn und Rambach an – stets in der Nähe von Ärzten, Physiotherapeuten, Banken und Einkaufsmärkten. Und sind die Einkaufstüten sehr schwer, werden die Passagiere auch mal bis vor die Haustür gebracht. Mit den Fahrgästen dabei ins Gespräch zu kommen, ist für die Fahrer, ohne die das Projekt gar nicht erst möglich wäre, eine Selbstverständlichkeit.

Wenn Mobilität und Versorgung somit sichergestellt werde können, steigere sich auch die Lebensqualität für die Bürger im ländlichen Raum, sagte Landrat Stefan Reuß bei der Einführung des Bürgerbusses, wie dem Archiv unserer Zeitung zu entnehmen ist.

Aus der anfänglichen Zögerlichkeit gegenüber des Bürgermobils wurde also bald eine kleine Erfolgsgeschichte, die im Werra-Meißner-Kreis Nachahmer gefunden hat. Das will heute gefeiert werden. (Jessica Sippel)

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