Urlauber nutzen öfter Zelt und Wohnwagen

Urlaub in der Corona-Pandemie: Camper sind im Werra-Meißner-Kreis im Trend

Beliebtes Ziel: Der Wohnmobilhafen auf dem Festplatz Franzrasen in Bad Sooden-Allendorf ist seit Mitte Mai wieder geöffnet und wird gern angefahren. Nur mitten in der Woche sind derzeit noch etliche Stellplätze frei.
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Beliebtes Ziel: Der Wohnmobilhafen auf dem Festplatz Franzrasen in Bad Sooden-Allendorf ist seit Mitte Mai wieder geöffnet und wird gern angefahren. Nur mitten in der Woche sind derzeit noch etliche Stellplätze frei.

Die Nachfrage nach Wohnwagen, Pools und Camping-Artikeln ist während der Corona-Pandemie gestiegen. Um Hotels zu vermeiden, machen die Menschen lieber Urlaub im eigenen Garten oder mit einem Camper.

Werra-Meißner – Im Hagebaumarkt Werrazentrum in Bad Sooden-Allendorf war die Nachfrage nach Gartenpools in diesem Jahr stärker als in den Vorjahren, berichtet Mitarbeiterin Maria Luise Rust. „Wir haben Pools verkauft, bis wir keine mehr hatten“, auch Nachlieferungen wird es in diesem Jahr trotz Kundennachfragen nicht mehr geben. Erhältlich sind in dem Markt nur noch Kinder-Planschbecken.

Auch Wohnwagen werden gerne genommen. Die Vermietung läuft beim Autohaus Vogelei in Witzenhausen seit Pfingsten, „über die Ferien sind wir ausgebucht“, berichtet Geschäftsführer Axel Vogelei. Das Autohaus vermietet und verkauft aktuell in der dritten Saison Wohnwagen. „Der Handel hat auch angezogen“, sagt Vogelei. Zwar gebe es aktuell nicht mehr viele Wagen, aber wenn ein Käufer kommt, gebe es trotzdem Möglichkeiten, ihm ein Wohnmobil zu besorgen. Auch die Mehrwertsteuersenkung zum 1. Juli mache sich bemerkbar, da es für die Kunden eine lohnende Ersparnis sei.

Ähnlich geht es Verkäufern im Kasseler Raum. Absoluter Trend seien Camper-Vans, sagt Sarah Becker, Geschäftsführerin von Wohnwagen Becker in Fuldatal. Die kleinen Transporter seien schon seit Jahren die am stärksten wachsende Fahrzeugkategorie, aber gerade im Moment sehr beliebt. „Die sind kompakt und für viele ein Zweitwagenersatz.“ Auch bei den Vermietungen boomt derzeit das Geschäft. Ihre Mietflotte sei noch nicht ausgebucht, sagt Becker, „aber da sind in den letzten Wochen viele Spontanurlauber dazugekommen“. Einen Zuwachs bei den Outdoor-Artikeln bemerkt Gerd Döhle, Seniorchef von „Der Ausrüster“ in Eschwege. Während der Corona-bedingten Geschäftsschließungen gab es erhebliche Einbußen. Nach der Öffnung sei es verhalten losgegangen, nun werde in den Geschäften gut gekauft, unter anderem von den zahlreichen Touristen, die es im Kreis gibt, „das ist ein guter Kundenkreis“, so Döhle.

„Gut ein Drittel mehr als vergangenes Jahr“ sind hier die Einnahmen, sagt der Seniorchef. Das betrifft aber nur einen Geschäftsbereich. Nahezu 60 Prozent des Umsatzes mache der Betrieb mit Ausrüstungen von Pfadfindern im Online-Versand. Der sei in diesem Jahr komplett weggebrochen, weil es keine Fahrten der Gruppen gibt. Insgesamt sei die Bilanz daher negativ.

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