Campingplätze wären vorbereitet

Camping boomt: Hohe Buchungszahl, aber Betreiber dürfen noch nicht öffnen

Udo Rudolph, Campingplatz Werratal in Witzenhausen
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Udo Rudolph, Campingplatz Werratal in Witzenhausen

Campingurlaub ist in der Pandemie beliebt wie nie. Campingplätze im Werra-Meißner-Kreis können sich derzeit vor Buchungsanfragen nicht retten.

Werra-Meißner - Das Problem: Für Touristen dürfen sie frühestens am 19. April öffnen. Das wertvolle Ostergeschäft geht den Platzbetreibern gerade durch die Lappen.

„Wir hatten bereits im vergangenen Jahr den stärksten Buchungssatz der vergangenen 60 Jahre“, sagt Udo Rudolph vom Campingplatz Werratal in Witzenhausen. In diesem Jahr sei die Nachfrage noch stärker. Derzeit bearbeite er von morgens bis abends Buchungsanfragen für die nächsten Monate. Zwischendurch müsse er aber auch langfristige Buchungen stornieren. Ein Großteil seiner Kunden sind Touristen, die einige Tage bleiben und dann weiterziehen. Etwa 40 Dauercamper, die auch während der Empfehlungen nicht zu reisen, auf den Platz dürfen, sind immer da. „Die Praktik, mit Touristen für eine Woche Verträge als Dauercamper abzuschließen, wollen wir nicht nachgehen“, sagt Rudolph. Von diesem Vorgehen habe er aus anderen Bundesländern gehört.

Die Dauercamper bilden schon seit Jahrzehnten die Mehrheit auf dem Platz von Werra-Meißner-Camping am Meinhardsee bei Grebendorf. „Im letzten Jahr sind es noch mehr geworden“, sagt Sina Hupfeld, Assistentin von Geschäftsführer Christoph Bergner. Alle 430 Dauer-Stellplätze sind vergeben. Das habe es auf dem Platz noch nie gegeben. Die Camper am Meinhardsee akzeptierten das konsequente Hygienekonzept. Auf Abstand und Desinfektion werde zu jeder Zeit geachtet, berichtet Hupfeld. Außer den registrierten Dauercampern dürften zur Zeit keine zusätzlichen Besucher auf den Platz. Bewerbern für die rund 240 Touristenplätze muss sie derzeit absagen. Eigentlich wäre der Platz an Ostern ausgebucht gewesen.

Glimpflich durch die Krise gekommen

Im vergangenen Jahr zählten Campingplätze zu jenen Übernachtungsarten, die am besten durch die Krise kamen. Das hat eine Auswertung des Campingportals camping.info ergeben, das zu den führenden europäischen Informationsquellen zählt. 2020 verzeichnete die Campingbranche einen Rückgang von nur fünf Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2019. Die gesamte Beherbergungsbranche kämpfte im selbem Zeitraum mit einem Minus von knapp 50 Prozent. 

Karin Bailly vom Knaus-Campingpark am Werratalsee hofft auf eine Öffnung am 19. April. Der Platz ist bereit, das Hygienekonzept steht. „Das wäre bombastisch“, sagt sie mit Blick auf die Buchungen. Bis in den Mai wäre der Platz schon ausgebucht. „Wir brauchen nur ein Signal aus der Politik“,sagt sie. (Tobias Stück)

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