Thema Heimat im Mittelpunkt

Open Flair: Cem Özdemir predigte beim Gottesdienst auf der Waldbühne

Open Flair 2018: Gottesdienst
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Eschwege. Beim Open-Flair-Gottesdienst auf der Waldbühne in Eschwege stand das Thema Heimat im Mittelpunkt. Gepredigt hat der ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen Cem Özdemir.

„Homeland. Patria. Pays. Heimat“ – Bereits die Begrüßung war besonders beim Open-Flair-Gottesdienst am Sonntag auf der Waldbühne am Leuchtberg. Aus Lautsprechern schallten die Wörter bevor es losging – alle mit der gleichen Bedeutung in verschiedenen Sprachen: Heimat. Ein Thema, dass den Nerv der Zeit trifft und dessen Bedeutung vielfältiger und individueller nicht sein könnte.

Die erste Annährung war ein Auftritt in Dirndl und Lederhosen, typisch Deutsch eben. Aber ein paar Mitglieder des Vorbereitungsteams vom Open-Flair unterbrachen: „Heimat ist mehr, als Dietemann und Blasmusik.“

Eine auf der Hand liegender Gegenvorschlag war wohl das Festival selbst. „Flair ist für mich nach Hause kommen, Leute treffen. Das Festival ist meine zweite Heimat“, definiert Felix Römer, der seit vielen Jahren zusammen mit Dominique Macri das Festival eröffnet – eine Aussage mit de sich so einige langjährige Festivalgänger identifizieren konnten.

Am gespanntesten lauschten aber alle Besucher den Worten eines ganz besonderen Gastes: Cem Özdemir. Der ehemalige Bundesvorsitzedne der Grünen sprach sich in seiner Predigt gegen eine einfache und rechtspopulistische Vereinnahmung des Begriffs aus.

Mit viel Humor erzählte er von seiner Kindheit. Trotz des ausländischen Namens ist er nämlich in Deutschland geboren. Zum echten Schwaben bekennt sich der Politiker. Wichtig dabei: Die verschiedenen Dialekte und Identitäten in Deutschland sind nichts, was voneinander abgrenzen soll: „Heimat schließt nicht aus – Heimat verbindet. Heimat kann ganz viel sein: Ein Ort, ein Glaube oder aber Musik.“

Und Vielfalt begrüßt der Politiker auch an dieser Stelle, ganz so wie es das Open-Flair durch die vielen unterschiedlichen Bands ja auch schaffe. Zum Schluss rief Özdemir dazu auf, unsere Heimat zwarzu bewahren und zu beschützen, um sie auch folgenden Generationen noch zeigen zu können, aber eben auf inklusive Weise.

Die Vielfalt, für die Özdemir plädierte spiegelte sich auch deutlich im gesamten Gottesdienst wieder: Musikalisch wurde der begleitet von der Band „Impala Ray“. Musikalisch hat die Gruppe sich nicht nur dem lässigen Lebensstil San Franciscos verschreiben, sondern auch bayrischer Traditio und berührten so das Publikum Das Gefühl der Verbundenheit durften die Besucher aber auch beim gemeinsamen Singen spüren, begleitet von Gitarre und Flöte.

Von Gina Eberhardt

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