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Schließung der A4-Anschlussstelle: „Planung an Realität vorbei“

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Von: Emily Spanel

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Hier geht es auf die Autobahn 4: Im Jahr 2025 soll die Anschlussstelle Wommen allerdings geschlossen werden.
Hier geht es auf die Autobahn 4: Im Jahr 2025 soll die Anschlussstelle Wommen allerdings geschlossen werden. © Hanna Maiterth

Die Anschlussstelle der A4 in Wommen soll bis 2025 geschlossen werden. Der Ortsvorsteher befürchtet dann Verkehrschaos im Ort und einen Verlust der Lebensqualität.

Wommen/Unhausen – Die A4-Anschlussstelle Wommen soll wie geplant im Jahr 2025 geschlossen werden – dafür hatten die Mitglieder des Ortsbeirats Unhausen geschlossen auch gegenüber unserer Zeitung plädiert. Sie treten damit den Bemühungen der Bürgerinitiative des Nachbarortes Wommen entgegen, die sich wiederum für den Erhalt der Anschlussstelle einsetzt.

„Wir wollen keine Zwistigkeiten untereinander“, sagt André Borghorst, Ortsvorsteher in Wommen und Mitglied der Bürgerinitiative. „Die Ortsteile dürfen sich nicht über das Für oder Wider der Anschlussstelle entzweien – das ist uns das Wichtigste.“ Dennoch appelliert André Borghorst an die Bewohner der Nachbarortsteile, sich die künftige Situation für Wommen und auch Herleshausen genau vor Augen zu führen.

André Borghorst, Ortsvorsteher in Wommen und Mitglied der Bürgerinitiative für den Erhalt des Autobahnanschlusses Wommen.
André Borghorst, Ortsvorsteher in Wommen und Mitglied der Bürgerinitiative für den Erhalt des Autobahnanschlusses Wommen. © WSRG

Streit um Schließung des A4-Autobahnanschlusses: Verkehr im Ort wird zunehmen

Denn wird die A4-Anschlussstelle Wommen tatsächlich geschlossen, werde vor allem der Pkw-Verkehr im Ort zunehmen, befürchtet André Borghorst. Denn: Wer künftig beispielsweise von Unhausen auf die Autobahn in Richtung Eisenach/Erfurt auffahren wolle, der müsse zunächst mehrere Kilometer in die entgegengesetzte Richtung fahren, um zur Anschlussstelle Sontra-Ost (Ulfen) zu gelangen. Von dort geht es in einer Art Schleife auf der Autobahn wieder zurück zum Dreieck Wommen und dann weiter zum eigentlichen Fahrtziel.

„Das ist widersinnig“, sagt der Ortsvorsteher und konstatiert: „Die Autofahrer werden den einfachsten und kürzesten Weg nehmen – und der führt nun mal durch Wommen und Herleshausen.“

Nächstes Beispiel: Auch der Verkehr aus Thüringer Richtung – etwa aus Gerstungen, Neustädt und Sallmannshausen – werde der Bequemlichkeit halber wohl durch Wommen fahren. „Aus dieser Fahrtrichtung betrifft das die Gerstunger Straße, die ohnehin schon eine Engstelle hat. Für die Bewohner des anliegenden Margot-von-Schutzbar-Stifts entsteht eine hoch gefährliche Situation“, mahnt der Ortsvorsteher.

Streit um A4-Anschlussstelle: Wohnqualität wird abnehmen und Häuser werden Wert verlieren

Die drastischen Folgen: Die Wohnqualität der Wommener werde abnehmen, die Häuser an den dann stark frequentierten Straßen werden an Wert verlieren. „Sogar die Wommener Tankstelle wird leiden“, sagt André Borghorst – profitierten die Inhaber doch von dem Verkehr, der von der Autobahn abfährt und genau an der Tankstelle vorbeigeleitet wird.

„Diese Planung ist am Schreibtisch entstanden“, so das bittere Fazit des Ortsvorstehers. „Keiner von diesen Leuten scheint die Lebensrealität der Menschen vor Ort zu kennen.“ (Emily Hartmann)

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