Marco Lenarduzzi kritisiert fehlende Förderung durch Koalition

Chef sieht den Naturpark Meißner durch Schwarz-Grün im Abseits

Eschwege. Kritik wird laut: Der Naturpark Meißner-Kaufunger Wald wird nach Einschätzung von dessen Geschäftsführer Marco Lenarduzzi von der künftigen schwarz-grünen Landesregierung stark vernachlässigt.

"Unsere Region findet in der Koalitionsvereinbarung von CDU und Grünen unverständlicherweise keinerlei Erwähnung", sagte Lenarduzzi im Gespräch mit unserer Zeitung. Offenbar hätten die "regional verantwortlichen Politiker keinen Einfluss auf das Papier" genommen. Dagegen seien andere Schutzgebiete explizit genannt, wie der Nationalpark Kellerwald und das Bios-phärenreservat Rhön. "Das Naturerbe unserer Region steht im Abseits", sagte Lenarduzzi.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau, der an den Gesprächen in Wiesbaden teilgenommen hatte, sagte, im Koalitionsvertrag seien lange nicht alle Schutzgebiete ausdrücklich genannt worden. "Im Vertrag ist jedoch ein Passus enthalten, nachdem alle Schutzgebiete Wertschätzung genießen und unterstützt werden", sagte Landau. Klar sei aber auch: Ein Nationalpark genieße eine ganz andere Schutzqualität als ein Naturpark. Der Bestand des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald sei jedoch auf jeden Fall gesichert. Auch die Grünen-Abgeordnete Sigrid Erfurth sieht keine Verschlechterung für den Naturpark und keine Zurücksetzung dadurch, dass er nicht in der Koalitionsvereinbarung genannt worden sei. "Sobald sich die hessische Landtagsfraktion konstituiert hat, werde ich das Thema ansprechen", sagte Erfurth.

Marco Lenarduzzi fordert auch eine stärke Bündelung der touristischen Aktivitäten im Werra-Meißner-Kreis. "Das touristische Klein-Klein der Kommunen in Schutzschirmzeiten ohne wirkliche Dachmarke und ohne Verknüpfung mit den Nachbarbundesländern ist besorgniserregend und so nicht zukunftsfähig", argumentierte der Naturparkchef.

www.naturpark-mkw.de

Von Dieter Salzmann

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