„Christliche Werte verdienen Respekt“

Für sie ist gegenseitige Hilfe ein Bedürfnis: Röhrdaerin Anke Schädel im Porträt

Vor der Kirche in Röhrda: Die Prädikantin und Lektorin Anke Schädel ist seit 25 Jahren im Kirchenvorstand tätig und setzt sich unermüdlich für die Jugend ein.
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Vor der Kirche in Röhrda: Die Prädikantin und Lektorin Anke Schädel ist seit 25 Jahren im Kirchenvorstand tätig und setzt sich unermüdlich für die Jugend ein.

Die Prädikantin und Lektorin Anke Schädel ist seit 25 Jahren im Kirchenvorstand tätig und setzt sich unermüdlich für die Jugend ein. Wir stellen die Röhrdaerin vor.

Röhrda – „Mein Glaube, die christlichen Werte und die Auseinandersetzung damit sind mir sehr wichtig, denn wir haben den Auftrag, mit der Schöpfung Gottes verantwortungs- und respektvoll umzugehen. Ich verbinde diese Vorgabe mit ehrenamtlicher Tätigkeit, die ich ausübe, seit ich denken kann. Auch gute Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung sind mir ein Bedürfnis, dabei spielen nicht nur Leib und Geist eine Rolle, auch die Seele braucht Krafthäppchen.“

Ein Röhrdaer Kind

Anke Schädel wurde zwar 1969 in Eschwege geboren, aber ist bis heute ein echtes Röhrdaer Kind geblieben und gleichermaßen ein Glücksfall für den Ringgauer Ortsteil. Allen voran für die Kirchengemeinde, für die sie von ihrem 19. Lebensjahr an tätig ist. „Das kirchliche Engagement zieht sich seit Generationen durch unsere Familie. Mein Urgroßvater war im Kirchenvorstand und mein Großvater Lektor, Kirchenältester und Organist. Meine Mutter lernte Klavier und Orgel und trat mit 17 Jahren die Nachfolge als Organistin an. 70 Jahre spielte sie in Datterode und Röhrda die Orgel und sie war über drei Jahrzehnte im Kirchenvorstand. Irgendwie hat mich das schon als Kind geprägt“, so die 51-Jährige beim WR-Gespräch.

„Als 1987 die junge Pfarrerin Rita Becker, heute Reinhardt, in unser Kirchspiel kam, war ich im Bereich Kindergottesdienst von ihren Ideen begeistert. So haben wir bereits vor 25 Jahren das Kinderabendmahl als Premiere im Kreis praktiziert“, spricht Anke Schädel die emotionalen Momente an, wenn Kinder mit Eltern und Großeltern das Brot brechen.

„Rita Reinhardt war es auch, die mich 1993 zur Lektorenausbildung angemeldet hat. Und so war ich ab 1995 als Lektorin in über 35 verschiedenen Kirchen tätig, ehe ich 2019 auf Anraten vom Kirchenvorstand und dem damaligen Dekan Dr. Martin Arnold die Prädikantenausbildung absolvierte.“

25 Jahre im Vorstand

Mit dem Pfarrerehepaar Schröter begann Anke Schädel 1995 die Arbeit im Kirchenvorstand Datterode-Röhrda, aus der bis heute 25 Jahre geworden sind, davon 18 als Vorsitzende.

„Unzählige Besprechungen und Ideenfindungen über Gottesdienstgestaltung, Vorstands-, Jugend- und Kindergottesdienstarbeit, aber auch schwierige Gespräche, so über den Pfarrhausneubau in Datterode oder die Renovierung der Kirche und die Verschindelung des Kirchturms in Röhrda, Themen, die mir viele schlaflose Nächte gekostet haben. Ich hörte mir immer alle Meinungen an, auch wenn ich eine andere hatte“, sagt die 51-Jährige, dass es dem Kirchenvorstand wichtig war, schöne und gute Gottesdienste miteinander zu feiern.

Dazu zählten auch Taufen am Teich, Andachten beim Angerfest, bei der Kirmes, an Ostern oder gar die Aufführungen von Weihnachtsmusicals mit 36 Kindern an Heiligabend. Für ihr großes Engagement bekam sie 2019 die zweithöchste Auszeichnung von der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck verliehen. Wörtlich: „Ja, ich habe mich über die Elisabeth-Medaille wirklich sehr gefreut.“

Für die Jugend tätig

Auf die Jugendarbeit in der Pfarrscheune, die ihr stets sehr viel Freude bereitete, legte sie ein Hauptaugenmerk: „Begonnen habe ich mit 25 Jahren, um die Werte und Strukturen der jungen Leute an die nächste Generation weiterzugeben“, erinnert sich Anke Schädel an die Präsentation des Projektes „Röhrda voll gut! Röhrda voll gut?“, das hessenweit Platz zwei erreichte.

„Mittlerweile feiern wir den St.-Martins-Gottesdienst mit Kindern und Jugendlichen und danach mit ihnen am Lagerfeuer bei Brezeln und Punsch an der Pfarrscheune. Vorletztes Jahr konnten wir über 10 000 Euro an Spenden sammeln, um den dringend notwendigen Westgiebel der Pfarrscheune zu renovieren. Der Lohn: Die Jugendlichen gewannen 2019 den Sozialpreis des Werra-Meißner-Kreises“, schwärmt Anke Schädel von ihren jungen Helden.

Netzwerk gegründet

Auf ihre Initiative hin wurde in Röhrda ein „lebendiger Adventskalender“ ins Leben gerufen, leider werden in diesem Jahr die besinnlichen Momente dieser Aktion vermisst. Und in den Jahren 2010/2011 wurde die Nachbarschaftshilfe „Netzwerk Ringgau“ gegründet. Auch in dieses Projekt hat sie viel Arbeit und Herzblut investiert: „Leider sind die Angebote des Vereins nicht wie erhofft angenommen worden.“

Beim TMZ aktiv

Beim Blick zurück denkt Anke Schädel auch an den Turnermusikzug Röhrda: „Ich habe ab dem siebten Lebensjahr leidenschaftlich gerne auf der Altflöte gespielt. Und mit 19 wusste ich gar nicht, wie mir geschah, plötzlich war ich Vorsitzende“, schmunzelt Anke Schädel, die bis zu einer Erkrankung, der sie mit der Hilfe von Ehemann Markus und den Kindern Georg und Margarethe den Kampf angesagt hat, als Verwaltungsfachwirtin bei der Gemeinde Ringgau tätig war. Unter anderen denkt sie an zahlreiche emotionale Trauungen, die sie als Standesbeamtin forderten. „Ein Pärchen habe ich auf dem Berliner Turm in Datterode getraut, obwohl ich nicht schwindelfrei bin.“ (ht)

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