Mit 90 immer noch voll aktiv

Christoph Binkowski aus Eschwege feiert heute Geburtstag

So, wie man ihn kennt: Christoph Binkowski mit seinem Akkordeon bei einem der Straßenfeste zum Eschweger Johannisfest in der Rotenburger Straße.
+
So, wie man ihn kennt: Christoph Binkowski mit seinem Akkordeon bei einem der Straßenfeste zum Eschweger Johannisfest in der Rotenburger Straße.

Ein nicht einfachen und vor allem arbeitsreiches Leben liegt hinter Christoph Binkowski. Heute wird der in Schlesien geborene und heute in Eschwege lebende Jubilar 90 Jahre alt. Seine Fröhlichkeit hat er sich nie nehmen lassen.

Eschwege – „Mein großes Lebensziel war immer der Wunsch, dass unsere Kinder es einmal besser in ihrem Leben haben sollten, als ich mit meinen traumatischen Fluchterlebnissen“, erinnert sich Christoph Binkowski an die späten 1950er- und 1960er-Jahre. Heute sagt er, dass sich dieser Wunsch erfüllt habe. Die Kinder wurden Rechtsanwältin und Ingenieur. Und auch Christoph Binkowski hat sich seine Fröhlichkeit nicht nehmen lassen. Heute wird er 90 Jahre alt.

Er ernährte als 14-Jähriger eines sechsköpfige Familie

Früh war sein Leben von Flucht und lange Zeit von seiner Arbeit geprägt. Heute blickt der am 14. Dezember 1931 in Vosswalde (Schlesien, heute Fosowskie) Geborene auf sein Leben zurück. Mit seinen fünf Geschwistern wuchs er die ersten zehn Jahre seines Lebens in Berlin auf und erinnert sich noch an die Olympischen Spiele von 1936, bevor die Familie durch die Versetzung des Vaters 1941 ins damalige Schlesien zurückkehrte. „Hier wurden wir unter dramatischen Umständen sesshaft“, erinnert er sich daran, wie die Flucht die Familie im Januar 1945 nach Sontra führte: Da der Vater in russischer Gefangenschaft und der älteste Bruder gefangen genommen und in die USA deportiert worden war, musste der damals 14-Jährige für die sechsköpfige Familie und die beiden einjährigen Kinder seiner Schwestern sorgen, arbeitete in der Landwirtschaft. Unterstützung erhielt er, als sein Bruder 1947 aus amerikanischer Gefangenschaft zurückkehrte, später auch der Vater heimkam. Christoph Binkowski erinnert sich: „Erst im Alter von 17 Jahren konnte ich an mich denken, erlernte den Metallberuf und arbeitete bis 1955 im Kupferschieferbergbau in Sontra.“

Heirat und Ausbildung

Ein Jahr vor dem Ende dieser Tätigkeit heiratete er Angela Binkowski, geborene Lux, und das Paar bekam zwei Wunschkinder, wie der Jubilar betont. Im Jahr 1955 wechselte er zur damaligen Firma Massey-Harris (später Massey-Ferguson), absolvierte zur beruflichen Weiterentwicklung ein Fernstudium zum Techniker und weitere Fortbildungen, bis er das Diplom zum Systemanalytiker erlangte. Anschließend daran war er im Bereich der Arbeitsvorbereitung als Gruppenleiter tätig, bekam 1975 die Aufgabe des Bereichsleiters im Industrial Engineering.

Neue Ehe, neue Arbeit

Auch privat veränderte sich etwas im Leben des Jubilars und nach seiner Scheidung führte ihn die Ehe mit Brigitte Binkowski, geborene Siebert, nach Eschwege. Beruflich hatte er bereits zwei Jahre zuvor zur Firma Becker und Hach gewechselt, erreichte hier nach seiner Tätigkeit als Leiter der Werkstechnik im Jahr 1993 den Höhepunkt seiner beruflichen Karriere, wie er heute sagt, indem er die Produktionsleitung übernahm und diese Aufgabe bis zum Ende seines Arbeitslebens mit 66 Jahren ausführte.

Lebensmotto: „Wer rastet, der rostet“

Die Zeit danach prägten Reisen, die den Jubilar und seine Ehefrau unter anderem nach Neuseeland und hier auch zu einem Tandem-Gleitschirmflug führten. Heute ist der 90-Jährige weiterhin gern im Garten ums oder handwerklich im Haus aktiv. Nach wie vor zählt neben dem Autofahren das Musizieren am Schifferklavier und auf dem Keyboard zu Hause, in der Nachbarschaft oder bei den Wanderfreunden des Werratalvereins zu seinen Hobbys. Besonders gern musiziert er auf dem Straßenfest der Rotenburger Straße zum Johannisfest. Stolz blickt Christoph Binkowski heute auf seine vier Enkel- und seine zwei Urenkelkinder und gibt sein Lebensmotto als „Tipp, um die Schallmauer von 90 Jahren zu durchbrechen“, weiter: „Wer rastet, der rostet.“ (Eden Sophie Rimbach)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.