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Corona-Arbeitsschutzverordnung regelt Angebotspflicht für Homeoffice

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Von: Evelyn Paul

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Im Homeoffice: Die Telefonkonferenz am Couchtisch vor dem Laptop bleibt für viele Beschäftigte vorerst Alltag.
Ab Oktober müssen Arbeitgeber den Beschäftigten in geeigneten Bereichen wieder die Möglichkeit geben, von zuhause aus zu arbeiten. (Symbolbild) © dpa

Im Oktober tritt die Neufassung der Corona-Arbeitsschutzverordnung in Kraft.

Im Regierungsentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist unter anderem wieder geregelt, dass Arbeitgeber den Beschäftigten gegenüber anbieten müssen, geeignete Tätigkeiten in ihrer Wohnung auszuführen, wenn keine betriebsbedingten Gründe entgegenstehen.

Dass nicht alle Arbeitsbereiche sich für das Homeoffice eignen, zeigt eine Nachfrage beim Klinikum Werra-Meißner. Obwohl einer der größten Arbeitgeber im Kreis, ist die Zahl der Mitarbeiter, die von zuhause aus arbeiten, sehr gering, wie Pressesprecher Florian Künemund mitteilt. Aus Verwaltung und IT nutzen vereinzelte Personen nach Absprache das Mobile Arbeiten.

Auch bei der Pauly Group in Neu-Eichenberg eignen sich nicht alle Berufsgruppen zum Mobilen Arbeiten. Dort, wo es aber geht, wird es nach Absprache mit den Vorgesetzten gern angenommen und ist auch im Alltag etabliert, heißt es aus dem Personalwesen. So finden zum Beispiel auch die Wochenrunden per Videokonferenz statt. Mit einem flexiblen Mix aus Anwesenheit im Büro und Mobilem Arbeiten habe man gute Erfahrungen gemacht.

Beim Thema Homeoffice liegen die Hessen über den Bundesdurchschnitt von 25 Prozent, wie das Hessische Statistische Landesamt informiert. Im Jahr 2021 haben 879 000 Hessen im Homeoffice gearbeitet, das entspricht 28 Prozent aller Erwerbstätigen. Im Vergleich dazu lag der Schnitt im Jahr 2019 noch bei 16 Prozent aller hessischen Erwerbstätigen.

Auch für die Mitarbeiter der Kreisverwaltung wurde das Mobile Arbeiten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie massiv ausgeweitet, wie Kreissprecher Jörg Klinge mitteilt. Der Kreis hat dazu auch seit Beginn des Jahres eine Dienstvereinbarung. Dabei gäbe es aber keine generelle Begrenzung der Tage im Homeoffice; diese würden je nach Bedarf von der Fachbereichsleitung mit den Mitarbeitern festgelegt. Von den Mitarbeitern werde das Mobile Arbeiten hauptsächlich sehr gut angenommen, was aber auch vom Aufgabengebiet abhängig sei.

Für die Kreismitarbeiter wurden auch im Sommer zwei Corona-Schnelltests pro Woche angeboten. Laut Arbeitsschutzverordnung stehen ab Oktober allen Beschäftigen, die nicht ausschließlich von zuhause aus arbeiten, wieder regelmäßige Schnelltest zu, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss.

Homeoffice oder Mobiles Arbeiten

Weder für Homeoffice noch für Mobiles Arbeiten gibt es bisher eine gesetzliche Definition, informiert die Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg. Unter Homeoffice versteht man das Arbeiten in den Privaträumen des Arbeitnehmers, sie fällt in die Telearbeit. Deswegen ist vorgesehen, dass der Arbeitgeber Bildschirmarbeitsplätze im Privatbereich fest einrichtet. Mobiles Arbeiten kann an wechselnden Orten stattfinden und nicht zwangsweise von daheim aus.

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