Auswirkungen der Corona-Notbremse auf Kreis

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Ab morgen gilt Sperrstunde ab 22 Uhr

Der Eschweger Stadtbahnhof bei Nacht: In den kommenden Tagen werden die Nächte im Werra-Meißner-Kreis noch ruhiger, dann gilt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr wegen der Corona-Notbremse eine Ausgangssperre.
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Der Eschweger Stadtbahnhof bei Nacht: In den kommenden Tagen werden die Nächte im Werra-Meißner-Kreis noch ruhiger, dann gilt zwischen 22 Uhr und 5 Uhr wegen der Corona-Notbremse eine Ausgangssperre.

Die bundesweite Corona-Notbremse gilt seit Samstag in Deutschland – im Werra-Meißner-Kreis werden die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus ab Mittwoch greifen.

Werra-Meißner – Genauer gesagt tritt die Notbremse am morgigen Mittwoch, 28. April, ab 0 Uhr inkraft. Der Grund: Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in den vergangenen drei Tagen über dem Schwellenwert von 100, weswegen die festgelegten Regelungen des neuen Infektionsschutzgesetzes greifen.

Am Samstag lag die Inzidenz laut der Kreisverwaltung bei 131, am Sonntag bei 136 und am gestrigen Montag bei 147.

Konkret bedeutet das für die Bewohner des Werra-Meißner-Kreises, dass das öffentliche Leben weiter eingeschränkt wird. Unter anderem gilt ab dem morgigen Mittwoch zwischen 22 Uhr und 5 Uhr eine nächtliche Ausgangssperre, es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen und Läden dürfen Kunden nur dann empfangen, wenn diese einen negativen Coronatest vorlegen und einen Termin gebucht haben.

Kreise können Regeln noch verschärfen, aber nicht lockern

Landkreise, die eine besonders hohe Inzidenz aufweisen, können die geltenden Regelungen trotz der Bundes-Notbremse sogar noch weiter verschärfen, aber nicht lockern, teilte dazu Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) Anfang der Woche auf einer Pressekonferenz mit.

Die Notbremse bleibt im Werra-Meißner-Kreis so lange in Kraft, bis die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen die Schwelle von 100 unterschreitet, allerdings erst ab dem daraufhin übernächsten Tag, so Landkreissprecher Jörg Klinge gegenüber unserer Zeitung. Für das Außerkrafttreten der Corona-Notbremse im Werra-Meißner-Kreis sei wiederum eine Feststellung durch das Hessische Ministerium für Soziales erforderlich.

Das neue Bundesgesetz sieht die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus laut Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier bis Ende Juni dieses Jahres vor.

Persönliche Treffen

Es darf sich höchstens ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren zählen nicht mit. Für Treffen von Ehe- und Lebenspartnern oder zur Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts gilt die Kontaktbeschränkung nicht.

Bei Trauerfeiern nach Todesfällen dürfen bis zu 30 Personen zusammenkommen. In Hessen waren bis dato nur Treffen mit fünf Menschen aus zwei Haushalten erlaubt.

Ausgangssperre

Zwischen 22 Uhr und 5 Uhr darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück nicht mehr verlassen. Ausnahmen sind beispielsweise gesundheitliche Notfälle. Bewegung an der frischen Luft soll bis Mitternacht erlaubt bleiben, allerdings nur alleine und nicht in Sportanlagen.

Es bestehen allerdings weitere Ausnahmen: die Ausübung eines Berufs, Kinder betreuen, Senioren pflegen, Tiere versorgen oder „ähnlich gewichtige und unabweisbare Zwecke“, so das Land.

Die Schulen

Bei einer Inzidenz über 100 an drei Tagen in Folge wird Wechselunterricht ab dem übernächsten Tag Pflicht. Ab 165 wird ab dem nächsten Tag der Präsenzunterricht verboten.

Das gilt in Schulen, Berufsschulen, Unis und Einrichtungen für Erwachsenenbildung. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind aber möglich. Für diese gilt ab einer Inzidenz über 165 Wechselunterricht. Die Bremse von einer Inzidenz ab 165 gilt auch für Kindertagesstätten.

Freizeitangebote

Einrichtungen wie Bäder, Saunen, Diskotheken, Bordelle, Wellnesszentren, Sonnen- und Fitnessstudios müssen schließen. Das gilt auch für Theater, Bühnen, Museen und Ausstellungen. Nur die Außenbereiche von Zoos und botanischen Gärten sollen für Besucher mit aktuellem Negativtest offen bleiben.

Sogenannte körpernahe Dienstleistungen sind untersagt. Ausgenommen sind Dienstleistungen, „die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe und die Fußpflege“. Dabei müssen in der Regel FFP2-Masken oder Masken mit gleicher Schutzwirkung getragen werden. Wer zum Friseur oder der Fußpflege will, muss ein negatives Testergebnis vorweisen.

Persönlicher Einkauf

Läden dürfen Kunden nur noch empfangen, wenn diese einen negativen Coronatest vorlegen und einen Termin gebucht haben. Ab einer Inzidenz von 150 soll nur noch das Abholen bestellter Waren möglich sein.

Ausgenommen bleiben Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Tankstellen, Zeitungsverkäufer, Buchhandlungen, Blumenläden, Tierbedarfs- und Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel.

Ende der Notbremse

Die Notbremse bleibt so lange in Kraft, bis die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet.  

Weitere Informationen über die Corona-Notbremse in Hessen unter soziales.hessen.de

(Maurice Morth)

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