Der direkte Kontakt fehlt

Corona: Wie sich die Arbeit der Bürgermeister im Werra-Meißner-Kreis ändert

Das Wanfrieder Rathaus.
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Das Wanfrieder Rathaus: Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner, Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt und  Großalmerodes parteiloser Bürgermeister Finn Thomsen sowie auch die anderen Bürgermeister im Kreis hoffen auf ein baldiges Ende der Coronapandemie.

Wir haben mit einigen Bürgermeistern aus dem Werra-Meißner-Kreis gesprochen, wie sich ihr Beruf während der Pandemie verändert hat.

Werra-Meißner – Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben wir viele Berufe dahingehend beleuchtet, wie sich das Virus auf die Arbeitsabläufe auswirkt. Mit einigen Bürgermeistern aus dem Werra-Meißner-Kreis haben wir nun über die Veränderungen gesprochen und was ihnen im Alltag fehlt.

Starke Digitalisierung

„Viele Präsenztermine sind durch Video- oder Telefonkonferenzen ersetzt worden“, berichtet Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard (CDU). Die Pandemie habe der Digitalisierung im Rathaus einen Schub gebracht.

Die direkte Information der Bürger per Facebook gehöre zu dieser Zeit einfach dazu, sagt auch Hessisch Lichtenaus Bürgermeister Michael Heußner (CDU). „Auf keinem Weg kann ich schneller eine so große Anzahl an Menschen informieren und mit ihnen interagieren“, erklärt der Rathauschef. Aus der internen Kommunikation mit den Führungskräften im Rathaus sei Whatsapp zusätzlich nicht mehr wegzudenken. In Sontra habe die Pandemie auch die Möglichkeit geschaffen, dass Kollegen vermehrt ins Homeoffice gehen könnten, sagt Sontras Bürgermeister Thomas Eckhardt (SPD).

Was Amtsträgern fehlt

„Am meisten fehlt mir der persönliche Kontakt zu den Bürgern“, so Thomas Eckhardt. Sei es bei einem „Bierchen“ im Rahmen von Feiern oder beim Vereinsleben. Ihm fehle auch die Mimik und Gestik der Menschen, die durch die Mund-Nase-Bedeckung verloren ginge.

Der gleichen Ansicht ist Wanfrieds Bürgermeister Gebhard: „Komplexe Sachverhalte kann man schriftlich nie so rüberbringen wie im persönlichen Gespräch. So hätte ich mir auch die eine oder andere Anlieger- oder Bürgerversammlung gewünscht, die aber nicht möglich war.“

Es seien Alternativen entwickelt worden, beispielsweise Live-Bürgersprechstunden über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram im Internet, sagt Großalmerodes parteiloser Bürgermeister Finn Thomsen. Darüber könnten jedoch leider längst nicht alle Bürger Großalmerodes erreicht werden.

Der Ausblick

„Ich hoffe, dass wir Stück für Stück unsere lieb gewonnene Normalität zurückgewinnen“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard im Hinblick auf das begonnene Jahr 2021.

Das Überwinden der Corona-Pandemie wünsche er sich insbesondere auch für die älteren Mitmenschen, damit diese wieder den direkten Kontakt zu all ihren Liebenden hätten, sagt auch Finn Thomsen. „Gleichzeitig wünsche ich mir, dass die Erfahrungen der Digitalisierung genutzt werden, um anstelle von Dienstreisen vermehrt Videokonferenzen zu nutzen“, so Thomsen.

Auch Michael Heußner sehnt ein Ende der Pandemie herbei: „Ich gebe zu, ich habe Angst um meine Familie, meine Kollegen und Mitmenschen“, sagt der Hessisch Lichtenauer Rathauschef. Thomas Eckhardt hofft darauf, dass bald wieder mehr von Angesicht zu Angesicht diskutiert werden könnte und so alle Beteiligten der Gesellschaft wieder ein Stück weit mitgenommen werden könnten. „Mit einem Facebook-Kommentar hat noch keiner etwas in unserer Stadt verändert“, so Sontras Bürgermeister. (Von Maurice Morth)

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